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Nahverkehr in Bangkok: Verkehrshölle und -beruhigung

„Verkehr“ & „Bangkok“. Reflexartig hecheln wir bei diesen Stichworten die Klischees durch: „Verkehrshölle“, „Alptraum“, „Chaos“, „Endzeit“. Vor allem dies: „Stau“, genauer: „Dauerstau“. Aber so schlimm, wie alle schreiben ist nicht. Touristen kommen meist zügig durch die Stadt.

Verkehrsberuhigung?

Alle fallen darauf herein und alle schreiben, wie schlimm es in Bangkok ist, die seriösesten Publikationen und sogar thaiminator.de. Denn schlimm war es schließlich immer schon und voll ist es schließlich immer noch und mit Katalysatoren ist fast keines der Millionen Fahrzeuge ausgerüstet, die sich täglich durch die Metropole wälzen. Stillgestanden! Und zwar in Smogschwaden! Oh grusel!

Fakt: in den letzten Jahren ist der Stau kürzer geworden, hat sich der Straßenverkehr entspannt. Das kann an originellen Ampelschaltungen, neuen Schnellstraßen, hohen Spritpreisen oder der einigermaßen neuen U-Bahn liegen. Die Experten diskutieren noch und wir freuen uns, dass wir uns inzwischen auch während der Rushhour durch die Stadt bewegen können.

Nein, ich will es nicht beschönigen. Bangkok ist wirklich nicht verkehrsberuhigt und wahrlich kein Luftkurort. Aber eine Verkehrshölle ist die Stadt auch nicht (mehr). Wer Verkehrsmittel klug kombiniert, durcheilt die Stadt der Engel zügig.

…übrigens: Auch das geht angeblich: gleiten statt fahren in Bangkok. – Wie wär’s mit etwas Schlittschuhlaufen? An der New Petchburi Road soll es eine Eisbahn geben.

Verkehrsplanung?

Natürlich hätten sie frühzeitig ein S-, U- oder Straßenbahnnetz durch die Stadt bauen können. So wie in Paris oder London, wo Metro oder Tube die City rasch durchqueren.

Haben Sie aber nicht. S- und U-Bahn sind in Bangkok erst in den letzten Jahren gebaut worden. Das Streckennetz verdient diese Bezeichnung nicht: „Netz“. Es sind je zwei einsame Linien, die nie dort hin führen, wohin man gerade will. Zwischenzeitlich ergänzt um einen Anschluss zum Flughafen.

Viele wichtige Ziele der Stadt liegen jenseits der Bahnlinien: Königspalast, Wat Po, Banglampoo und Khao San Road, Oriental Pier, Chinatown sowie die gesamte Thonburi-Seite, westlich des Chao Phraya.

Immerhin: die beiden bekanntesten Rotlichtviertel verbindet die U-Bahn seit Beginn des Jahrtausends.

Der größte Teil des Verkehrs fließt daher über Straßen. Taxi und Tuk-Tuk sind somit für Farangs die problemlosesten Verkehrsmittel. Man nennt dem Fahrer das Ziel, einigt sich auf den Preis, – fertig!

Wer ein Ziel in Nähe des Chao Phraya Flusses ansteuert, kommt mit dem Boot zügig voran.

Fahrten mit dem Linienbus erfordern etwas Navigations-Talent sowie eine Straßenkarte, auf der die Buslinien eingezeichnet sind.

Straßenkarten

Die grandiose Stadt auf eigene Faust zu erkunden, ist einfacher, als es auf den ersten Blick scheint. Zudem nicht besonders riskant: die Menschen sind hilfsbereit (wenngleich manchmal etwas übereifrig) und zur Not findest Du überall ein Tuk-Tuk, das Dich „heim“ fährt.

Dabei hilft eine Karte. Die günstige Bangkok Map verkauft jeder zweite Laden in Banglampoo und an der Silom Road für ca. 50 Baht (1 Euro).

Meist genügen werbefinanzierte, schlichte Gratiskarten. Brauchbare Gratiskarten liegen bereits an verschiedenen Werbedisplays sowie bei der Information am Flughafen in Bangkok aus. Achte darauf, wenn du ankommst.