Bangkok Tuk Tuk

Wege durch die Stadt: Verkehrsmittel in Bangkok

Tuk Tuk

Quarktasche im Stimmbruch: 650 ccm von Daihatsu produzieren neben Giftgas auch akustische Umweltverschmutzung. Dafür gibt es garantiert keinen Fahrkomfort. Passagiere kauern wie Eichhörnchen auf der hinteren Sitzbank, die zwecks Werterhaltung mit Plastikfolie überzogen ist. – Der inflationäre und völlig überstrapazierte Begriff „Kultfahrzeug“ trifft für das Tuk-Tuk absolut zu.

Im motorisierten Wahrzeichen Bangkoks mitzufahren macht Spaß, ist lebensgefährlich und billig. Der Fahrpreis beträgt in der City umgerechnet meist 3 bis 4 Euro.

Dreirad-Taxis sind in vielen Orten in Thailand und auch in anderen Asiatischen Ländern unterwegs. An jedem Ort sehen die Karren anders aus, je nach konstruktivem Geschick des regionalen Karosseriebauers. Der Bangkoker Typ ist besonders harmonisch proportioniert (andernorts wirken die Fahrzeuge oft unförmig) und gilt als das Tuk-Tuk schlechthin.

Auf freier Strecke sind Tuk-Tuks gefühlt schneller als die Formel 1. Ängstliche Naturen meiden die Dinger zurecht.

Fahrpreis ist Verhandlungssache. Einen Gebührenzähler gibt es nicht! Beispiel: Bahnhof Hua-Lampong – Khao-San-Road (ca. 5 km) für 80 Baht (ca. 2 EURO). Khao-San-Road zum Lumpini Park etwa 120 Baht. Das Argument „Rushhour“, mit dem die Fahrer den Fahrpreis hochtreiben wollen, zählt nicht!

Bye Bye Tuk Tuk

Historisch haben Tuk-Tuks die Fahrradkutschen (die in Thailand „Samlor“ und nicht „Rikscha“ heißen) ersetzt.

Doch Tuk Tuks werden ihrerseits von „echten“ Taxis ersetzt. Immer mehr bunte Toyotas und Nissans verkehren als Taxi, immer weniger Tuk Tuks rollen durch Bangkok. Bangkokians fahren lieber Toyotataxi. In ein paar Jahren sind vermutlich nur noch eine paar Handvoll Tuk Tuks als Touristenattraktion unterwegs.

Schon jetzt machen Tuk Tuk Fahrer überwiegend Jagd auf Touristen und sind Zulieferer für Juweliere und Maßschneider. Letztens hat ein Tuk Tuk Driver mein Angebot über den Abschluss eines Beförderungsvertrags glatt abgelehnt: „Wenn du nicht mit zum Juwelier willst, dann nimm doch ein Toyota-Taxi“.

Anfang 2013 geistern Fotos einer recht eleganten Studie eines E-Tuk-Tuks durchs Netz. Die Stromkisten eines Japanischen Herstellers sollen das klassische Tuk-Tuk mit neuer Technik wiederbeleben, sind aber bisher (2015) noch nicht in Thailand angekommen.

Bangkok Taxi

Taxi

Mit dem Taxi in Bangkok zu fahren ist extrem einfach. Du brauchst nicht mit Fahrplänen, Stadtplänen oder Navigations-Apps zu hantieren und kommst recht preiswert durch die Stadt. – Meistens jedenfalls.

Bunt statt Einheitscreme

Taxis – fast ausschließlich kompakte Japanische und Koreanische Limousinen – erkennst du nicht nur am Schild auf dem Dach, sondern auch an den Farben. Während in Deutsche Taxis ausschließlich cremefarben unterwegs sind, so sind die Thailändischen Wagen auffallend bunt. Die meisten sind grün-gelb, blau-rot oder rot-weiß. Manche sind grellgrün, pink oder orange.

Fahrpreis

Frage den Fahrer nach dem „taxi-meter“, der automatischen Fahrpreisabrechnung. – Die garantiert den Passagieren meist einen günstigen Fahrpreis. Wenn der Fahrer vernehmlich bestätigt, dass der taxi-meter eingeschaltet ist, und die Zahl „35“ (35 Baht sind der Mindestpreis) auf dem Gerät leuchtet, kannst du unbesorgt mitfahren.

  • Fahrt von der Khao San Road in die City / Downtown (Siam Square): ca. 100 Baht
  • Fahrt Innenstadt zum Flughafen: ca. 300 – 400 Baht

Autobahn- oder Brückenmaut auf Schnellstraßen kommen in der Regel noch hinzu und werden von den Fahrgästen zusätzlich bezahlt.

Ohne Taxi-Meter ist der Preis Verhandlungssache. Auf weiten Überlandstrecken kann das durchaus günstig sein. – In der Stadt ist es meist ungünstiger. Farangs sind ohnehin unerfahren mit den üblichen Preisen und dem Feilschen an sich und somit klar im Nachteil.

Oft berichten Touris über Abzocke. Das kann ich aus eigener Erfahrung nicht bestätigen, auch wenn mancher Chauffeur schon mal (erfolgreich!) versucht hat, den üblichen Fahrpreis etwas zu pushen. Aber: in Bangkok kostet die Taxitour alles in allem soviel wie eine etwa gleich weite Busfahrt im Deutschen Nahverkehrsverbund.

Verständigung / Kommunikationsprobleme

Taxifahrer in Bangkok kennen nicht jede Straße, nicht jedes Hotel und nicht jede Kneipe der Millionen-Metropole. Zudem lesen, sprechen und verstehen nicht alle gut Englisch.

Den Siam Square, den Wat Po oder Khao San Road kennen vermutlich alle, aber abgelegene Hotels oder Straßen nicht unbedingt. Da sich aber kein Fahrer ein Geschäft entgehen lassen will, wird erst mal eingeladen und losgefahren. Wo es denn nun genau hingehen soll, kann man ja auch nach 5 Kilometern noch klären…

Eine Visitenkarte des Ziels mit Thailändischer Schrift, eine Karte mit Thai-Schrift oder ein Ausdruck aus dem Netz können bei abgelegenen Zielen helfen.

Bus in Bangkok

Busfahren

Unzählige Busse durchkreuzen Bangkok auf zahlreichen Linien. Kleine grüne Mercedes-Busse und große bunte von Hino-Motors, Isuzu und Mitsubishi fahren in Bangkok Linie. Der Zustand der Fahrzeuge ist überwiegend bedenklich. Wer mit dem Bus fahren will, braucht einen Stadtplan mit den Buslinien, einen brauchbaren Orientierungssinn (und/oder Google Maps auf dem Handy), aber nur ganz wenig Fahrgeld.

Der Komfort macht dem Platz Platz. Wohnlich wird die Kutsche durch liebevolle Ausschmückungsdetails der Fahrer und Schaffner. Es ist mordsunbequem, aber nie so steril wie im Deutschen Verkehrsverbund.

Theoretisch einfach: Busfahren.

Sehr gut: kein kompliziertes Zonen- oder Wabensystem nervt die Fahrgäste. Es gilt vielmehr ein günstiger, einheitlicher Fahrpreis für jeden im Bus, egal wie weit gefahren wird. Der Preis ist dabei niedrig: 5 bis 12 Baht (rund 10 bis 30 CENT), egal, wie lange du im Bus sitzt. Ein freundlicher Schaffner kommt vorbei und verkauft dir das Ticket.

Busse halten erfahrungsgemäß auch außerhalb von Haltestellen auf Handzeichen. Nicht so gut: den richtigen Bus rausfischen. Unumgänglich: eine Karte mit den Buslinien. Jeder Bus hat seine Liniennummer gut sichtbar vorne angebracht.

Geduldspiel: Nimm die Karte und finde raus, wo du bist und wo du hin willst. Schau nach den Zahlen (= Buslinien) auf den Straßen an Start und Ziel. Wenn du Glück hast, entdeckst du zwei gleiche Zahlen. Bingo! Das ist deine Linie.

Meist leider kompliziert. Du musst (mindestens) zwei Linien kombinieren. Suche je eine Linie am Start und eine am Ziel, die sich irgendwo treffen. – Am Besten an einem markanten Ort, den du aus dem Bus erkennst; da solltest du umsteigen. Die Tüftelei kann ziemlich dauern. Wenn dir das zu kompliziert ist, dann nehme ein Taxi.

Bangkok Skytrain

Skytrain

In Bangkok verkehrt eine S-Bahn, der „Skytrain“ auf aberwitzigen, gestelzten Betontrassen. Deckt mit 28 km Streckenlänge nur einen Bruchteil der Innenstadt ab und fährt nie dahin, wo man hinwill. Tickets kosten umgerechnet locker einen 1 Euro. Den meisten Thais ist das viel zu teuer. Wenige Kilometer Skytrain kosten soviel wie mehrere Fahrten mit dem Bus kreuz und quer durch die Stadt. Dafür ist die Bahn schneller und komfortabler.

Genau genommen verkehren drei Bahnsysteme in Bangkok auf getrennten Gleissystemen:

  1. Der Skytrain, die S-Bahn auf den Betonstelzen
  2. Die U-Bahn
  3. Der Flughafenzug (Suvarnabhumi Airport Link, auch Airport Rail Link)

Umsteigen ist an einigen wenigen Stationen möglich. Muss man vorab nicht auswendig lernen. – Es ist vor Ort recht einfach, das herauszufinden.

Der Skytrain verkehrt auf zwei Linien:

  1. Silom-Line (6 Stationen zwischen Siam und Silom Road).
  2. Sukhumvit-Line (23 Stationen entlang der Sukhumvit Road).

Knotenpunkt der Linien und Hauptstation ist SIAM am Siam Center (Rama 1 Road). Betreiber ist das Bangkok Mass Transit System (BTS).

U-Bahn

Die Bahn  verbindet den Bahnhof Hua Lampong Station, und somit die nahe gelegene Chinatown, mit dem Rotlichtviertel an der Silom Road am Lumpini Park und dem Rotlichtviertel am Asok.

Bangkok Riverboot

(Express-) Boote in Bangkok auf dem Chao Phraya River

Die schnellsten Verkehrsmittel in Bangkok sind Expressboote. Die verkehren nach Fahrplan auf festen Routen auf dem Chao Phraya River, der die Stadt von Norden nach Süden durchfließt. Die Boote sind quasi die Linienbusse auf dem Fluss. Weiterhin fahren Boote auf Klongs, innerstädtischen Kanälen. Der Fahrpreis ist extrem günstig und der Erlebniswert ist ungefähr so hoch wie der Lärmpegel, den die ungedämpften Motoren verursachen.

Expressboote auf dem Chao Phraya River

Der Chao Phraya ist eine Hauptverkehrsader Bangkoks. Hier kommst du hurtiger voran als auf der Straße. Obwohl unzählige Wasserfahrzeuge den Chao-Phraya befahren, kommt man mit dem Boot flott voran. Fahrpreis ab ca. 10 Baht (20 CENT) bis etwa 20 Baht. Tickets an den meisten Anlegern oder direkt auf dem Boot. – Du kannst das Boot auch ohne Ticket besteigen, Schaffnerinnen kassieren unterwegs.

Achtung: Abends, vor der Dämmerung endet der Verkehr auf den meisten Linien. Dann solltest du andere Verkehrsmittel wählen.

Farbige Flaggen

Am günstigsten und langsamsten sind die Boote ganz ohne Flagge, die überall halten. Diese Boote sind somit eine sichere Wahl.

Die anderen Boote sind mit Flaggen verschiedener Farbe gekennzeichnet. Weil es sich nicht lohnt, das gesamte Flaggensystem auswendig zu lernen, hier die beiden wichtigsten:

Gelbe Flagge: Schnell, etwas teurer und hält nicht überall. – Vor allem nicht an Zielen die Touristen interessieren. – Daher besser meiden.

Blaue Flagge: Spezielle Touristenboote, die an den Lieblingszielen der Farangs halten. Lautsprecherdurchsagen auf Englisch. Dafür dreimal teurer als Boote ohne Flagge.

Anleger „Phra Athit“ (Nr. 13) in Nähe der Khao-San Road

Gehe die Khao-San bis zur Police-Station, überquert die Querstraße und geht weiter geradeaus, durch’s Kloster (Achtung: wird abends geschlossen), weiter geradeaus bis es an der nächsten Querstraße (Phra Athit) nicht weiter geht. Die Phra Athit etwa 300 Meter rechts runter. Auf der linken Seite Bootsanleger „Phra Athit“ (merken für den Rückweg!).

Tipp: Kaufe ein Ticket und fahr bis zur (nördlichen oder südlichen) Endstation. Dort was zu Essen suchen, dann zurück oder zur anderen Endstation. Stundenlange Tour mit herrlicher Aussicht für ganz kleines Geld.

Fähren

Überqueren den Chao-Phraya für 5 Baht. Achtung: nicht mit dem Expressboot verwechseln! (Fähren haben keine oder nur wenige Sitzplätze; Expressboote haben zahlreiche Sitzreihen).

(Long-Tail) Touristenboote…

…bieten meist nicht mehr als Expressboote, sind aber deutlich teurer. Vertriebskräfte bieten Fahrten mit diesen Booten lautstark an zahlreichen

Klongboot Bangkok

Boote auf Klongs (Kanäle, auch „Khlong“)

Khlong Saen Saep Boat Service

Auf den innerstädtischen Kanälen verkehren ebenfalls Boote für kleines Geld. Der Fahrpreis beträgt ab etwa 10 Baht.

Wer etwa vom Khao San Road – Viertel zur Innenstadt am Siam Center oder zum Bayoke 2 Tower möchte, kommt dort rasch hin mit dem Klongboot ab Golden Mountain. Dorthin wiederum kann man wandern oder mit dem Tuk Tuk fahren. Der Anleger dort heißt Panfa Leelard.

Die Linie führt bis in die Innenstadt Bangkoks. Die Haltestelle unweit des Siam Centers heißt Sapan Hua Chang..Stationen am Fluss an. Mit mehreren 100 Baht Fahrpreis spielen diese Boote in einer ganz eigenen Preisliga. Sightseeing geht auch mit Expressbooten, die zudem authentischer sind.

Auch das geht: zu Fuß durch Bangkok

Zu Fuß durch Bangkok zu wandern ist völlig unthailändisch. Abgesehen von Mönchen (aber auch die fahren gerne Boot und Bus) macht das kein Thai, der auf sich hält. Jeder Thai erklärt dich für verrückt, wenn du durch Bangkok rennst (Farangs sind nun mal „ding dong“).

Alle paar Meter stoppt ein Tuk-Tuk und der Fahrer bietet generös eine Fahrt an, nur um dich zu retten. Latsche dennoch los und widerstehe den Verlockungen der Tuk-Tuk-Mafia. Der Erlebniswert beim Herumwandern ist immens.

Erstens kannst du recht sicher sein, über Wege zu schreiten, die nie ein Farang vor dir betreten hat (die meisten fahren nämlich). Manche Wege sind sogar verblüffend pittoresk. Vor allem entlang der Khlongs – also der innerstädtischen Kanäle – entdeckst mitunter ruhige und hübsche Ecken.

Ist der Klong auf machen Abschnitten bis zum Ufer verbaut, so musst du dich eben orientieren. Das sorgt für echte Pfadfindererlebnisse! Der Klong Banglampoo ist nahe an der Khao San Road und zum Anfang ganz geeignet.

Zweitens lernt man jenseits wohlgeordneter Touristenströme Thais einfach so kennen, bekommt unerwartete Einladungen und entdeckt seltsame, verwirrende und großartige Dinge und Menschen.

Das Risiko dabei ist gering. Wenn du dich verlaufen hast oder die Füße qualmen, dann gönne einem Fahrer eines Tuk-Tuk die Chance, sein Karma zu verbessern, indem er dich rettet (für etwa 80 Baht).