"Ich bin zwei Strände"
Täglich fegen vermummte Frauen den Strand. Dennoch wirkt
der Sand stets etwas schmuddelig. Das Meer spült
Plastikfetzen an und Menschen lassen ihren Müll einfach
fallen. Dagegen kann niemand anfegen. Zudem verfallen ein
paar Hütten in Strandnähe. Rostige Blechschilder werben für
die Vermietung von Sonnenschirmen.
Nein, der Sand ist nicht das Highlight des Varkala Beach.
Das ist vielmehr das Rucksack - Touristenviertel, das sich
abgehoben von den Niederungen des Drecks auf den Cliffs
sanft in einem Palmenwald verteilt.
An einem von Erosion bedrohten Weg hoch oberhalb des
Strandes laden hübsche offene Cafes und Kneipen auf einen
Cappuccino, eine Masala oder ein Baguette ein. Den
grandiosen Blick über die beiden Strände gibt es gratis
dazu.
Unterhalb der Steilküste liegen Westler am kleineren
Strandabschnitt. Zum moralischen Schutz der Indischen Jugend
dürfen als einzige Inder die Strandaufsicht, der Vermieter
von Liegestuhl und Sonnenschirm sowie der eine oder andere
Händler an den Strand. Allesamt Männer von gefestigter Moral
und untadeligem Ruf, die den Verlockungen und Verführungen
Westlicher Sirenen widerstehen, die allein ein Bikini oder
Badeanzug verhüllt. Diese Männer verjagen denn auch Indische
Jungen, die sich auf einen Blick Bein oder Bauch an den
Strandabschnitt schleichen. - Ein Westlerghetto mit
unspektakulärem Sand.
Am größeren Strandabschnitt hingegen finden sich zum
Sonnenuntergang oft Inder in großer Zahl ein. Hier gilt eine
andere Kleiderordnung: Westler, die sich hierher in knappem
Strandoutfit wagen, fangen sich unzählige Böse Blicke ein.
Inder stellen sich im kompletten, gepflegten Outfit an den
Strand und nur wenige krempeln die Hosen hoch und staken ins
Wasser. Lang behoste und beärmelte Touristen sind hier
jedoch herzlich willkommen.
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Varkala Beach kurz & knapp
- Der Strand heißt eigentlich "Papanasam", wird aber
gemeinhin "Varkala Beach" genannt.
- 2 Strandabschnitte, durch Felsen getrennt
und über einen
Trampelpfad verbunden, etwa 5 Km außerhalb des Ortes Varkala.
- Der Strandabschnitt unterhalb der Steilküste ("Cliffs")
ist für Westler reserviert. Strand- (und vor allem Tugend-)
Wächter verscheuchen die interessierte Indische Jugend.
- Am offenen Strandabschnitt stehen und baden auch gerne
Inder. Fischer fahren mit kleinen Faltbooten hinaus. Zwei,
drei nette Strandkneipen laden ein, den Tag zu verplempern.
- Volle Infrastruktur für Backpacker oberhalb der
Steilküste: Unterkünfte ab 450 Rs, Kneipen, Läden,
Internetbuden in großer Zahl.
- Großartige Aussicht auf das Arabische Meer von den
Cliffs
- Hinkommen:
Per Taxi aus allen Ecken Keralas.
Per
Bahn aus anderen Landesteilen. Vom Bahnhof in Varkala sind
es noch ca. 5 Km mit dem Tuk-Tuk.
- Sage dem Taxifahrer, er solle dich zu den CLIFFS bringen,
dort findest du leicht eine Unterkunft.
- Wegkommen:
Reisebüros oberhalb
der Cliffs besorgen dir einen Trip nach überall. Auf dem
Platz am Anfang der Touristenmeile auf der Steilküste
stehen laufend Taxis - nicht zu verfehlen.
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