Chinesisches Neujahr,
Chinese New Year
beweglicher Termin
hier die Termine der nächsten Jahre:
2012: 23. Januar (Jahr des Drachens)
2013: 10 Februar (Jahr der Schlange)
am ersten Tag des zunehmenden Mondes im zweiten Mondmonat nach der
Wintersonnenwende. Das ist dieser Zeitraum:
zwischen 21. Januar und dem 19. Februar
dauert 3 Tage
keine offiziellen Feiertage in Thailand
Der Asiatische Hauptfeiertag
Dem
Jahr wäre es egal, müsste es im August oder September wechseln.
Dummerweise beharrt eine mehrheitsfähige Milliarde Chinesen auf den
Jahreswechsel in einem Zeitraum zwischen Ende Januar bis Ende Februar,
genau zu besten Reisezeit in Thailand. Aus touristischer Sicht ist das
ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt. Schließlich überbuchen Massen von
Farangs während der Hochsaison ohnehin schon sämtliche Verkehrsmittel
des Landes. Zum Neujahrsfest setzen sich zusätzlich noch Millionen
Chinesen und in deren Fahrwasser noch mal ebenso viele Thais in
Bewegung.
Selten hört ein Tourist so oft das Wort "sorry", wie um die Chinesische
Jahreswende: "Sorry, train is full" oder: "Sorry, all flights to Chiang
Mai booked out". Was meist problemlos ist, nämlich kurzfristig eine
Bahnfahrt oder einen Inlandsflug zu buchen, wird in den Tagen um das
Chinesische Neujahrsfest zum Glücksspiel.
Verkehrsmittel sind in dieser Zeit voll mit Chinesen, Thai-Chinesen und
Thais, die den wichtigsten Asiatischen Feiertag mit der Großfamilie
verbringen wollen. Chinese New Year feiert die gesamte Familie drei Tage
lang. Zuvor sind die Familienmitglieder unterwegs, um von Chiang Mai zur
Sippe nach Trang zu reisen. Oder von Hat Yai nach Chiang Rai. Oder
gleich von Bangkok nach Bejing, - aber natürlich auf dem Landweg und mit
genau dem Zug, den auch du nehmen wolltest.
14%
aller Bewohner Thailands, also fast 9 Millionen sind
Chinesischer Abstammung. Und scheinbar alle sitzen anlässlich ihres
Jahreswechsels in Zügen, Bussen und Flugzeugen.
2003
hing ich während des Festes ein paar Tage in
Ubon
Ratchathani fest. Kein Zug, kein Flug nach Bangkok zu kriegen. Ich hätte
allenfalls laufen können, doch war es dafür zu heiß. Somit übte ich mich
in Kontemplation in einem der belanglosesten Orte diesseits des Mekong.
Diese
Episode beweist, dass Menschen nicht lernfähig sind: Jahre zuvor saß ich
während des Festes schon einmal im Süden Thailands fest. Ich hätte es
also wissen können.
Das
Fest selbst entgeht niemandem. Ebenso wie im Westen zünden auch in
Thailand Hobby-Pyromanen anlässlich des Neujahrsfestes Böller. Anders
als im Westen verdienen die Sprengkörper diese Bezeichnung in Thailand
auch.
Dabei
ist das drei Tage währende Chinesischen Neujahrsfest nicht mal
offizieller Feiertag in Thailand. Ausgelassen gefeiert wird dennoch:
Drachentänze in den Straßen (zuweilen aber nur Werbekarawanen),
rätselhafte Shows auf öffentlichen Plätzen und vor allem Böllerei mit
einigen Megatonnen Sprengkraft (nicht harmloses Geknalle wie zum
Deutschen Silvester).
Thailand ist kein leises, ruhiges Land. Das normale Hintergrundrauschen
ist stets etliche Dezibel lauter als etwa in Deutschland. Den
allgegenwärtigen Thaipop überhört man schon nach wenigen Tagen im Land.
Arbeiten können Bauarbeiterinnen auch ohne kleingeistige
Lärmschutzregeln und sie entlocken ihren Baumaschinen gerne auch nachts
noch das letzte Quäntchen Schalldruck. Schalldämpfer für Bootsmotoren
sind nur überflüssiger Ballast und Mopeds fahren auch bestens ohne
Auspuff. Muss ein Produzent von Seife oder Haarshampoo potentielle
Kunden auf die Vorteile seines Produktes hinweisen, so tut er das
vorzugsweise über gewaltige Lautsprecher, die er auf einen Lastwagen
türmt.
Weil
also eine Thailändische Stadt ohnehin schon immer kurz unter der
Schmerzgrenze von 120 dbA lärmt, muss ein Neujahrs –Sprengmeister
schwere Munition in die Luft jagen, um sich Gehör zu verschaffen. Und
das tut er dann auch.
Somit
ist es nützlich, sich in einer Thailändischen Drogerie vor dem Fest
Ohrenstöpsel zu kaufen. Den Termin des beweglichen Feiertages kann jeder
leicht selbst bestimmen: Chinesisches Neujahr ist stets am ersten Tag
des zunehmenden Mondes im zweiten Mondmonat nach der Wintersonnenwende,
also in einem Zeitraum zwischen 21. Januar und dem 19. Februar.
Wem
die astronomische Himmelsmathematik zu umständlich ist, der kann wegen
des Datums natürlich auch ins Internet schauen. Bei www.thaiminator.de
steht das genau Datum.
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