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Laos: Besuch am Mekong
von Gastautor Manfred Sobottka

Text und Fotos auf dieser Seite: M. Sobottka

Fünfundzwanzig Km östlich von Bangkok von den neuem Suvarnabhumi Airport starteten wir mit der Air Asia in Richtung Laos. Zwei Stunden später waren wir in Vientiane der Hauptstadt von "Lao", wie die Asiaten dieses Land bezeichnen.

Es ist noch früher Morgen in Vientiane, über der Touristenmeile Thanon Sakkarine hängen noch tiefe Dunstwolken. Gegenüber Wat Scene kocht eine ältere Frau auf dem Bürgersteig über einer blau schimmernden Gasflamme einen großen Topf die Reisration für den Tag. Auch im Café nebenan wird schon gefrühstückt - auf etwas andere Weise. Zur klassischen Klaviermusik serviert ein junger Kellner Café au lait, frisches Baguette und Rührei mit Speck, dazu gibt es Papaya-Limonen-Marmelade - für einen Hauch Exotik auf dem Tablett. Das im französischen Kolonialstil erbaute Haus ist frisch gestrichen, auf den Tischen liegen bunte Stoffservietten. Der freundlich lächelnde Kellner ist ein stolzer Laote, doch der weißhäutige Gast im gepolsterten Rattan-Sessel vermutlich Franzose.

Wir schreiben das Jahr 2007. Die Frühstücksszene hätte jedoch auch gegen Ende des 19. Jahrhunderts spielen können, als Laos noch unter französischer Kolonialherrschaft stand. Wer heute durch die alte Königsstadt schlendert fühlt sich unmittelbar in diese Zeit zurückversetzt. Leider waren die Vietiane-Straßen voll mit Baustellen, überall wurden Kanalarbeiten ausgeführt. Doch der Buddhapark einen Kilometer hinter der australischen Friedensbrücke entschädigte allen Reisenden. Dieser Park mit vielen Buddhafiguren wurde einst von einem Mönch gegründet und ist ein lohnendes Touristenziel-Ziel. Drei Tage später fuhren wir mit dem Auto zur 320 Kilometer entfernten zweitgrößten Stadt Luang Prabang, dem Zielort unserer Reise. Durch die kurvenreichen Straßen benötigten wir über 12 Stunden für die landschaftlich bezaubernde sehr schöne Strecke. Auf dem Rückweg gaben wir der kurzen Flugzeit von fünfundvierzig Minuten den Vorzug, da sie den gleichen Betrag wie unsere Fahrt im Privatwagen kostete 60 Euro.

Luang Prabang war lange Hauptstadt und ist die am besten erhaltene historische Stätte Asiens - das sollte auch so bleiben: Seit 1995 gehört die Altstadt zum Unesco-Weltkulturerbe und steht unter Denkmalschutz. Hier wurde durch König Fa im 14. Jahrhundert das Königreich Landschang, das heutige Laos, gegründet. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Laos französische Kolonie; die europäischen Einflüsse wirken bis heute nach. So bieten Bäcker Croissants und Baguette an, auch in vielen Restaurants stehen französische Weine auf der Speisekarte.

Am frühen Morgen ziehen viele Mönche durch die Stadt und bitten in orangefarbigen Gewändern mit einem Napf in der Hand um Almosen. Für die laotischen Frauen, die schon auf dem Bürgersteig warten, ist es eine Ehre, den Mönchen in kleinen Kugeln geformte Reisbällchen zu spenden.

Touristen aus aller Welt strömen am Abend zum Nachtmarkt auf der Thanon Sisavang Straße, wo die Einheimischen ihre Stoffschätze anbieten. Erstaunliche Designs kommen hier zutage. Durch die vielen familiären Webereien werden kreative Muster und Designs dargeboten; ebenso finden alte Opiumpfeifen neben Buddhafiguren einen Käufer. Auch der Morgenmarkt wird von vielen Touristen besucht. Hier wird gerollter Seetang mit Chilli neben gegrillten Fledermäusen und lebenden Fröschen angeboten.

Luang Prabang - Himmlische Stadt

Die etwa dreißig Tempel und Pagoden machen Luang Prabang zu der schönsten Kleinstadt der Welt. Genau 328 Stufen führen hinauf zu dem höchsten Tempel, wo Buddha einen fantastischen Blick auf die Stadt und die beiden Flüsse, den Mekong und den Nam Kahn, hat und die üppige grüne Bergwelt genießt. Gekrönt wird der Hügeltempel von einer goldenen Kuppel, die nachts angestrahlt wird. Am Aufgang steht ein kleiner beachtenswerter Tempel dessen Ursprung in die ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückreicht; im Inneren zeigen Wandgemälde Luang Prabang als eine himmlische Stadt. Mit dem buddhistischen Glauben sind die Laoten viel stärker verbunden als andere buddhistische asiatische Länder.

Umgeben von Thailand, Myanmar, Vietnam und Kambodscha, ohne Zugang zum Meer und lange Zeit kaum beachtet, zählt Laos zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern der Erde. 1975 übernahmen Kommunisten die Macht und ließen das Land am Mekong für mehr als ein Jahrzehnt hinter dem so genannten "Bambusvorhang" verschwinden. Doch von dem sozialistischen Einheitsgrau ist in Laos heute kaum noch etwas zu spüren. Auf den Märkten Vientiane und Luang Prabang stapeln sich die Waren in Hülle und Fülle. Für westliche Besucher - in erster Linie Rucksackreisende - ist das Leben in Laos fast konkurrenzlos billig: eine Flasche Lao-Bier kostet 40 Cent, eine durchschnittliche Mahlzeit ein bis zwei Euro und ein Bett am Mekong ist ab drei Euro zu haben (ohne Frühstück).

Seitdem die Landstraße mit der Glückszahl Nr.13 hoch im Norden bis Savannkhet durchgehend befestigt ist, kommen auch mehr Pauschaltouristen nach Laos. Gleichzeitig steigt in den Touristenzentren das Angebot an Mittelklasse- und Top-Unterkünften. Exkursionen zu den Pak Ou Höhlen sind mit einer angenehmen Boots-Tour auf dem Mekong Fluss zu erreichen. Diese alten Höhlen enthalten tausende von Buddhas. Auch ein "spinnendes Dorf und die Kuang Silikon Wasserfälle werden mit kleinen Booten besucht.

Ein Touristenvisum bekommen Sie problemlos bei der Einreise für 30 Euro (Jahr 2007, Gültigkeit 15 Tage). Ein Vier Sterne Hotel in Luang Prabang kostet ca. 100 Euro, saubere Gasthäuser gibt es ab fünf Euro die Nacht. Kreditkarten werden in großen Reisebüros und Hotels akzeptiert. Sehr informativ ist das DuMont Buch Laos und Kambodscha. Mit der Lao-Air von Chang Mai (in Thailands Norden) nach Luang Prabang kostet der Flug ca. 75 Euro. Auch besteht hier oben die Möglichkeit, Luang Prabang in zwei Tagen über den Mekong mit einem Boot zu erreichen (Kostenpunkt ca. 50 Euro). Die beeindruckende Flusslandschaft bleibt dabei unvergesslich.

Auskünfte:

Indochina Services, Enzianstrasse 4a, 82319 Starnberg

www.indochina-services.com

www.visit-mekong.com

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Mönche
Bettelmönche mit ihren gelb leuchtenden Gewändern  bitten um Reis

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Über 30 Tempelanlagen sind in Luang Prabang zu besichtigen. Trotz viele Kriegerischen Auseinandersetzungen wurde kein Tempel beschädigt. Vor jedem Tempeleingang ist die Nage, eine Schlangenfigur aufgestellt. Diese sieben köpfige Schlange soll böse Geister abhalten.

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Mönche beten im Buddha Park am Mekong.
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