Überblick
Unkaputtbar!
Der Tourismus auf Ko Phi Phi ist einfach unkaputtbar. Als hätte all dies
nie gegeben: Dreharbeiten zu "The Beach", SARS, Vogelgrippe und zuletzt
die Jahrhundert-katastrophe; der Tsunami, der am 26.12.2004 über die
flache Tonsai Bucht fegte und Tote sowie Chaos hinterließ.
Es ist wieder wie es vor der Flut war: wieder drängen sich die Reisenden
vorn auf dem Bug des Schiffes, das von Krabi oder Phuket in die Tonsai
Bucht einläuft, staunen über unfassbare Naturschönheit und knipsen
Gigabytes von Bilder auf die Speicherkarten.
Sobald das Boot angelegt hat, umkreisen Schlepper und Nepper wieder die
frischen Touris und bieten Unterkünfte an. Das touristische Leben hat
Phi Phi erneut im Griff. Die paar struppigen Palmen, dort wo früher ein
dichter Palmenwald war, ein paar Tsunami-Warnschilder oder -Gedenktafel
erinnern an die Flutwelle, ändern aber nichts.
Der Lauf der Dinge
Vor über 25 Jahren entdecken ein paar herumstreifende Freaks Ko Phi Phi als
Billigstparadies. Der Geheimtipp wird - ganz im Vertrauen - weitergereicht.
Hütten und erste Guesthouses beherbergen etwas später die zahlreicheren
Traveller. Eine feste Bootsverbindung wird eingerichtet. Die erste Strandkneipe
verkauft Cola, Singha Beer und Pad Tai.,
Das erste Hotel drückt nach fünf Jahren die Strandhütten beiseite.
Neckermann und TUI haben's nach drei weiteren Jahren im Katalog.
Irgendwann hat die Tourismusmaschine das Tropenparadies vollständig
annektiert.
Egal, was auf Ko Phi Phi geschieht, es sieht so aus, als bliebe das auf
absehbare Zeit so.
Schön ist's immer noch. Hinfahren? Eindeutig JA!
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vor dem Tsunami, 2003 |
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nach dem Tsunami, 2006 |
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Blick vom Viewpoint |
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Tsunami Rettungssystem |
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Phi Phi kurz & knapp
Eigentlich 2 Inseln: das große Touristenparadies "Phi Phi Don"
(siehe Karte) und die kleine "Phi Phi Le", ca. 3 km südlich von Don
und unbewohnt.
Geografisch in der Andamansee, etwa in der Mitte zwischen Phuket
und Krabi, ca. 40 km südwestlich von Krabi.
Hinkommen in 1,5 Std. per Schiff ab Ao Nang und Krabi. Mehrmals
täglich ab 9.30 ab ca. 300 Baht.
Bootstrips ab Phuket für 300 bis 500 Baht.
Übernachtungen in Guesthouse oder Hütte ab 800 Baht. Werden zahlreich
direkt am Bootsanleger angeboten. Die meisten in der Tonsai Village,
dem Hin Khom - und Long Beach.
Volle touristische Infrastruktur: Kneipen, Läden, Unterhaltung,
Wassersport (fantastisch zum Tauchen und Schnorcheln!). Alles teurer
als z.B. in Krabi, dennoch preislich noch im
Rucksack - Rahmen.
Wer Ruhe sucht, fährt besser woanders hin.
Keine einheitliche Schreibweise: Ko Phi Phi / Kho Pi Pi / Ko Pee
Pee / P.P. Isl. / PP usw. So ziemlich alles ist in Reiseführern,
Broschüren und Reisebüros möglich; nicht verwirren lassen!
Einen der atemberaubendsten Ausblicke Thailands gibt es am
Viewpoint. Bestes Fotolicht am Vormittag.
Wanderung zum Viewpoint
(Reisetagebuch, 19. Feb. 2006)
Mitglied der "Phi Phi Viewpoint Photographers Society" wird nur, wer den
Aussichtspunkt eigenen Fußes ersteigt. 186 Höhenmeter sind zu
überwinden. (Der Aufstieg ist ähnlich beschwerlich wie zum Tempel über
der Tiger Cave bei Krabi - siehe
Reisebericht).
Oben darf das obligatorische Erinnerungsfoto der traumschönen Bucht
geknipst werden.
Auch James Hurren ist Mitglied der Society. Weihnachten 2004 kletterte
er hier hoch und schoss sein Foto. Abends beschrieb er den
schweißtreibenden Aufstieg in einer Merry-Christmas-e-Mail an die Sippe
daheim in England. Dies war die letzte Nachricht von James.
Sie waren auf Phi Phi und haben eine Gedenkplatte am Viewpoint
angebracht. Ein schlichtes, unauffälliges Ding. "Keep on partying on Phi
Phi, Jamesy" steht darauf.
Eine schöne Vorstellung: Einer dieser 22-jährigen Englischen Boys, für
die es nie einen Tag danach gibt, und die abends in den Kneipen der
Insel feiern, ist James.
Ich sehe in dort. In jeder Disco. Winke ihm zu, er grinst breit und
prostet mir mit einem Chang zu. "Halt die Ohren und anderes steif,
Alter", rufe ich, "keep on partying, James!"
Ich bin Hinterbliebener von James und all den anderen, wische mir die
Trauer aus den Augen und steige die 186 Meter hinunter zum Meer.
Auf Phi Phi habe ich nichts mehr zu feiern.
Ach ja, "The Beach": Der Film wurde auf Ko Phi Phi gedreht,
allerdings auf Phi Phi Le. Umweltschützer werfen der Filmgesellschaft
vor, das Anpflanzen von Palmen und die Aufschüttung von Sand habe die
Insel aus dem ökologischen Gleichgewicht gebracht.
Der Film ist trotzdem sehenswert und eine nette Einstimmung auf eine
Thailandreise.
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