Ayutthaya, die alte Hauptstadt Siams: Ziel für den (zwei-) Tagesausflug aus Bangkok.

ayutthaya

Große Vergangenheit, prosaische Gegenwart: Ayutthayas Glanz ist längst verblasst. Dennoch lädt der ruhige Ort zu einem Ausflug vom nahen Bangkok (ca. 70 km) ein. Ayutthaya ist ein Tipp für alle, die aus Bangkok fort wollen und eine längere Tour scheuen (z.B. wegen des baldigen Heimflugs). Auch ein Tagesausflug von Bangkok aus mit Schiff oder Bahn (ab Hua-Lampong-Station) ist nett.

Viele, viele alte Steine

Imposante Trümmerhaufen, Zeugen südostasiatischer Geschichte oder einfach der billige Baumarkt um die Ecke. Wer noch ein paar Steine für sein Wellblechrestaurant braucht, weiß in Ayutthaya, wo er sie findet.

Die alte Siamesische Hauptstadt macht keinen Hehl aus ihrer bewegten und reichen Vergangenheit. Den größten Teil der Innenstadt, die der Chao-Phraya – River in einer Schleife umfließt, nehmen mehr oder minder verfallene Überreste historischer Tempel und Paläste ein.

Paradies für (Hobby-) Archäologen und Kulturfreaks, ebenso für Kinder, die in den Trümmern spielen. Ansonsten eben: viele, viele alte Steine.

Religiöse und weltliche Pracht historischer Bauwerke, Bilder von höfischem Treiben und Handelskarawanen wollen sich in der Phantasie nicht so recht einstellen. Zu verfallen sind die alten Gemäuer, die 1767 völlig zerstört wurden und denen seitdem Wind und Wetter sowie Bauherren aus der Umgebung den Rest gegeben haben.

Tagesbesucher verpassen die Lightshow, die die Trümmer abends wirklich effektvoll illuminiert. Fast ausschließlich Thais besuchen den nahen Nachtmarkt, dem niemand vorwerfen kann, Touristenkommerz zu sein.

Die parkartige Trümmerlandschaft scheint mehrere Hektar groß. Direkt morgens aus Bangkok angekommen, gefällt mir die ruhige Atmosphäre in dem weitläufigen Areal. Schön, zwischen den Ruinen zu schlendern. Schön, bei einem Händler, der seine Gastwirtschaft in einem Handwagen durch Ayutthaya schiebt, eine Plastiktüte voller Eis und Cola zu kaufen und die im Schatten eines ausladenden Baumes zu verschlürfen. Den Kopf dabei in der entspannten alten Hauptstadt von der Reizüberflutung der neuen Hauptstadt reinigen. Die Sonne betrachten, wie sie Kreise über den Himmel zieht (die recht coole, UV-filternde, garantiert echte – ‚Sir have a look Sir, genuine ray bäähn sunglasses‘ – für 2 Euro fuffzig aus Bangkok schmückt dabei das etwas entrückte Haupt).

Ein Stricher kommt vorbei, bleibt stehen, beugt sich zu mir herab und bringt mich aus entfernten Sphären wieder auf den Boden: Es gäbe in der Nähe ein Hotel, very cheap (‚Sir‘). Glücklicherweise habe ich bereits eine Unterkunft, die ich – noch größeres Glück – nicht mit einem Thailändischen Lümmel teilen muss. Ich lehne also dankend ab und bewege mich allein in Richtung des eigentlichen Ayutthaya.

Das eigentliche Ayutthaya nimmt eine noch weitaus größere Fläche ein als die Trümmerlandschaft und ist zudem Lebensraum der Einwohner der Stadt. Dennoch schert sich kein Reiseführer um dieses Ayutthaya; medial existiert der Ort nicht. Dabei gibt es alles, was man/frau für ein paar ruhige Tage braucht: Guesthouses in gesichtslosen Betonbauten, Kneipen, sehr billige Restaurants, Garküchen, randvoll mit Bier und Süßigkeiten gefüllte 7-eleven-Läden, einen Burger King und bekanntlich auch ‚cheap Hotels‘, in denen Stricher ihr Handwerk ausüben. Aber wer braucht das schon für ein paar ruhige Tage.

Wohnen

Einige preiswerte Hotels und Guesthouses findest du, wenn du aus dem Bahnhof kommst, die Fähre über den Pasak River nimmst (1-2 Baht), dich rechts auf der Uthong Road am Fluss hälst und links in die Querstraßen Naresuan und Pa Maphrao schaust.

Ich selbst wurde schon im Bahnhof von freundlichen Marketingfachkräften einiger Absteigen empfangen. Zudem hingen überall in in der Gegend um den Bahnhof Wegweiser und Handzettel diverser Herbergen.

Umgebung

Die Landschaft um Ayutthaya ist platt wie ein Pfannkuchen, unspektakulär und erinnerte mich an die Gegend am Niederrhein. Statt der dort allgegenwärtigen Pappeln wachsen in Thailand eben Palmen. – Und das Wetter ist auch besser.

Fortbewegung

Fahrrad mieten: Der Verkehr ist relativ übersichtlich und das Terrain ist eben. Somit ist es eine gute Idee, ein Fahrrad zu mieten, und in der Gegend herum zu cruisen. Fahrradvermietungen in der Stadt.

Hinkommen ab Bangkok

  • Mit dem Schiff auf dem Chao-Phraya. Dazu nachfragen im jedem Reisebüro auf der Khao-San-Road.
  • „Öffentliche“ Busse fahren ab Northern Terminal an der Phahon-Yothin Road.
  • Bahn ab Hua-Lampong-Station. Eine Art Regionalexpress verkehrt auf der NORTHERN LINE. Tickets kaufen ist am Bahnhof einfach: Das Personal ist kompetent und spricht Englisch. Auf dieser Linie musst du nicht vorbuchen, sondern kannst „stand by“ fahren. Fahrtzeit 1,5 bis 2 Std.; 15 bis 75 Baht Fahrpreis, je nach Zugtyp.
    den aktuellen Fahrplan findest du hier (NORTHERN LINE!)

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