Ubon Ratchathani

Ubon Ratchathani

Du suchst einen völlig untouristischen Ort in Thailand? Dann bist du in Ubon, der Metropole in Osten des Landes, richtig! Auf 90.000 Einwohner kommen eine Handvoll Touris (also höchstens 5). Morgens, wenn der Nachtzug aus Bangkok eingetroffen ist, sind es ein paar mehr. Aber die meisten verschwinden sofort wieder in Richtung Laos.

Warum Ubon vom Tourismus weitgehend verschont bleibt, wird klar, wenn man sich dort umsieht: Ubon ist eine moderne, größere Thailändische Stadt, ohne herausragende historische Tempel oder Paläste. Neue Gebäude in Langweilerarchitektur dominieren das Stadtbild. Insgesamt ist Ubon etwa so spektakulär wie Recklinghausen. Die Touristische Infrastruktur ist eher dünn. Wer aus den Touristenzentren in Bangkok, Phuket oder Ko Samui kommt, könnte einen Kulturschock bekommen: Hallo, jetzt bist du in Thailand angekommen!

Wer studieren will, wie eine größere Thailändische Stadt weitgehend ohne Tourismus aussieht, wird in Ubon glücklich.

Der Moon River (auch: „River Mun“) trennt die „City“ im Norden von der „Market Area“ im Süden, in der sich Bahnhof und Busterminal mit Bussen nach Laos befinden.

Die Umgebung beeindruckt mit eintönigem Buschland, – auf den ersten Blick ohne jegliche Highlights. Die meisten Traveller, die ein oder zwei Tage bleiben, sind auf der Durchreise nach/von Laos. Die Grenze ist etwa 90 km entfernt.

Rikschas („Samlors“) sind vielfach noch unmotorisiert, hin und wieder eiert ein Ochsenkarren zwischen Toyotas und Isuzus herum, Garküchen bieten Hühnerfüssesuppe mit ganzen Hühnerfüßen feil. Fährt man in die Dörfer der Umgebung, kann man sicher sein, dass Thaikids abends stolz erzählen, sie hätten einen echten Farang gesehen.

Der Osten Thailands ist das Armenhaus des Landes.  Etwas vom Schuss und zudem agrarisch nicht sonderlich fruchtbar, hinkt die Region der allgemeinen Entwicklung etwas hinterher.

Aufgrund staatlicher Förderprogramme gleicht sich die ökonomische Struktur in den letzten Jahren dem Rest des Landes an. Die Förderung wiederum wird nicht zuletzt mit Erträgen aus dem Tourismus finanziert. Somit sähe Ubon ohne Tourismus in Thailand anders aus, auch wenn den in der Stadt selbst kaum gibt.

Alles besser in Ubon?

Vor Jahren, als ich in Ubon einige Tage festhing (zu Chinsese New Year waren Bahnen und Flieger ausgebucht und ich bekam kein Ticket nach Bangkok), freute mich über den dünnen Nescafe, den ein paar Restaurants ausschenkten. Hey, Kaffee, immerhin. In Ubon. Wahnsinn. Nur ein Guesthouse konnte ich entdecken. Und das war wirklich very Basic.

Heute gibt es dort zwei Starbuckse und meine Zimmerbuchungs-App findet gleich mehrere vielversprechende Unterkünfte.

Touristsisch überlaufen ist Ubon noch immer nicht, aber der Komfort steigt.

Landschaft

Manchmal ein Blick bis zum Horizont über graubraunes Buschland. Trockenes, mickriges Gestrüpp. Ausgelaugter, weißer Boden. Hin und wieder Trockenreisfelder. Dann eine Oase: Nassreisfelder, darin knorrige Bäume, die von weitem wie zu große Bonsais aussehen. Immer wieder Wasserlöcher und Tümpel, in denen gelegentlich dunkle Büffel stumpfsinnig Fliegen vertreiben. Selten badende Kids, wenn eine windschiefe Hütte aus Wellblech und groben Latten in der Nähe ist.

Kulinarische Überraschung in Ubon

Unschlüssig stehen wir vor dem offenen Restaurant in Ubon Ratchathani (Sathitn / Mankan Rd., Ecke Sathonlamak Rd.). Hier sitzen einige gut gekleidete Thaifamilien an Tischen mit einem dampfenden Topf in der Mitte. Ganz in ihre Lieblingsbeschäftigung vertieft, tunken sie Fleisch- und Gemüsestücke in Töpfchen und löffeln Suppe aus dem großen Topf. Der sieht aus wie eine überdimensionierte Zitronenpresse…

nach Laos!

Die Anreise nach Laos über Ubon ist eine von zahlreichen Möglichkeiten. Informiere dich vorab über Laos. Die Visumsbebstimmungen werden gelegentlich geändert.

Der Grenzort in der Nähe von Ubon (90 km) heißt Chong Mek.
Um dort hinzukommen, zunächst den Bus nach Phiboon nehmen (am Bahnhof warten Taxis und Songtaus, die zum Busterminal fahren).

Ab Phiboon in den Bus (ein großes LKW-Songtau) nach Chong Mek umsteigen (unproblematisch, mindestens 5 Thais in Phiboon zeigen dir, welche Kutsche du besteigen musst).

Die Fahrt dauert etwa 2,5 Stunden.

Unterkunft in Ubon

Die günstigen Unterkünfte in Ubon sind verstreut. Es gibt kein Touristenviertel, in dem du selbst suchen kannst. Zudem lungern am Bahnhof keine Schlepper herum, die dir ihr Guesthouse oder Hotel aufschwatzen und dich gleich hinkutschieren (das ist andernorts ein nützlicher Service). Daher halte ich in Ubon die Buchung vorab durchaus für sinnvoll. Im Netz erklickst du einfache Übernachtungen ab ca. 12 Euro.