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Ko Chang: Dschungel und Strand im Südosten Thailands

Wo sollen wir in Thailand hin? In 87,5% aller Fälle lautet die richtige Antwort „Ko Chang“. Die zweitgrößte Insel Thailands bietet mit Bergen, Dschungel, ein paar hübschen Stränden und wohldosiertem Tourismus für die meisten die beste Mischung. Reisende finden genügend Angebote, um sich nicht zu langweilen und um voll versorgt zu werden. Dennoch gibt sich der Tourismus auf Ko Chang recht echt entspannt. – Jedenfalls verglichen mit dem Badeort Pattaya oder den Inseln Ko Samui und Phuket. Ein Geheimtipp ist die Insel allerdings längst nicht mehr.

Nicht mehr geheim; wohl aber (noch) überschaubar: Den größten Teil der etwa 30 Kilometer langen und gebirgigen Insel überwuchert dichter, unzugänglicher Dschungel. An der Westküste säumen Bungalows und Ferienanlagen die Strände.

Es gibt praktisch nur eine ernstzunehmende Straße, die an der Küste fast geschlossen um die Insel herum führt. – An steilen Abschnitten im Süden der Insel mit haarsträubenden Serpentinen.

Rucksacktouris finden an den Stränden im Westen Unterkünfte. In den letzten Jahren wurden zahlreiche neue Resorts für Pauschaltouristen gebaut und haben billige Hütten am Strand verdrängt. Die Reservate für Backpäcker werden zunehmend die Westküste herunter in den Süden gedrückt. Das größte Angebot findet man/frau am Lonley Beach, etwa im unteren Drittel der Westküste

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Beschäftigungsprogramm

  • Der Ausflug zum Fischerdorf Bang Boo in einer idyllischen Lagune im Süden der Insel lohnt unbedingt!
  • Tauchen: Ausflüge zu Wracks und Fischgründen kannst du überall an den Stränden in Tauchschulen oder Reisebüros buchen.
  • Wer den allgewärtigen Dschungel durchwandern möchte, sollte a) feste Schuhe dabeihaben und sich b) einen Guide nehmen. Geführte Wanderungen mit Guide vermitteln jedes Reisebüros und die meisten Guesthouses.
  • Zu den Wasserfällen an West- und Ostküste gelangst du mit dem Moped oder mit einer geführten Tour.
  • Moped fahren ist auf Ko Chang nichts für AnfängerInnen! Erfahrung auf motorisierten Zweirädern sollte man/frau schon haben. Vor allem die Straßen im Süden der Insel sind eng, kurvig, sausteil und somit extrem anspruchsvoll. Gnadenloser Gegenverkehr kommt dir in einer engen Kurve auf einem Steilstück entgegen geflogen, während gerade dein Motor angesichts der Steigung verhungert und du nicht nicht genug Leistung zum Ausweichen hast. Unbedingt auf Scheibenbremsen und gute Reifen achten!

Reiseberichte aus Ko Chang

  • Zuerst das Pfeifen. Überall auf der Insel. Aus dem Dschungel. Liebestolle Insektenboys versuchen mit den Pfeiftönen süße Insektengirls anzugraben. Etwas abseits des Dschungels sind ähnliche Spiele bei Menschen zu beobachten.
  • Pfeifender Dschungel: Der erste Eindruck von Ko Chang, einer Insel im Südosten Thailands. Nach 8 Stunden Busfahrt sind wir heute hier angekommen. Es sind nicht mal 300 km Luftlinie von Bangkok. Wieso dauert die Fahrt so lange? (Der Bus ist zweimal um die Khao San Road gekurvt, doch das erklärt die lange Fahrzeit nicht).
  • Das Pfeifen des Waldes klingt wie eine heiß gelaufene Kreissäge. – Ein durchaus wahrscheinliches Geräusch in Thailand. Gebaut wird an jeder Ecke. Fast schon eine Binsenweisheit. Natürlich auch auf Ko Chang.
  • Baulärm gibt es hier auch, aber eben vor allem liebestolle Zikaden.
    Überhaupt scheint Ko Chang erotisch sehr anregend: Unser Nachbar teilt sich den Bungalow gleich mit 3 Thaigirls. Es ist übrigens der billigste Bungalowpark am White Sands Beach: 450 Baht die Hütte, wenn man das Kokosgeflecht auf moderigen Pfählen so nennen will. Verglichen mit Ko Lanta ist das teuer, aber hier günstig. Wir müssen sparen; der Nachbar sowieso. Eben kam er mit 3 Flaschen Pepsi Twister an. Jede Gespielin bekam eine. Der Bursche muss alles drei- oder viermal kaufen. Kein Wunder, dass er nur den billigsten Bungalow bezahlen kann.
  • So viele Farangs mit Thaigirls im Arm auf einem Haufen wie hier habe ich in Thailand selten gesehen. Fast fühle ich mich mit meiner Deutschen Liebsten an der Seite stigmatisiert („der hat wohl keine Thaifrau abgekriegt, bzw. kann sich keine leisten“). Glücklicherweise verursacht die mir keine Kosten (ihre Pepsi zahlt sie selbst).
  • Wir werden daher von der Billigbude in eine höhere Kategorie wechseln. Dort werde ich ich dann in Ruhe über das Phänomen der zahlreichen Multikulti-Beziehungen nachdenken.
  • Nach einer Woche in Thailand sind wir endlich auch innerlich angekommen. Endlich schreiten wir so langsam über die (40 cm hohen) Bürgersteige der Insel, dass uns die Thais überholen.
  • Gestern hat uns allerdings niemand überholt. Da donnerten wir mit einer Honda Wave über den (löcherigen oder geflickten) Asphalt der Insel. Es gibt eigentlich nur eine Straße auf Ko Chang, die an der Küste fast um die ganze Insel herum führt.
  • Auf machen Abschnitten ist die Straße höchst anspruchsvoll. Fast senkrecht ragt die Straße in die Höhe. Dafür stürzt sie hinter der Bergkuppe steil hinab. Achterbahn. Der 110 ccm-Motor der Honda gibt alles, ächzend scheppern die Ventile des kleinen Motors, während wir im ersten Gang mit Schritt-Tempo eine Steigung heraufeiern.
  • Dazu ist die Straße auf noch kurvig und eng. Ich erinnere mich an keine Straße auf dieser Welt, die ebenso viel fahrerisches Geschick erfordert.
  • Wir wohnen jetzt am nord-westlichen White Sand Beach inzwischen in einem Bungalow für 600 Baht. Je weiter südlich man kommt, desto günstiger wird es. Am Ende der Strasse, am Südzipfel der Insel gibt es Hütten für 150 Baht. Zwischendurch haben wir auf der Fahrt Guesthouses und Buden für 300 Baht gesehen. Überhaupt ist es südlich des White Sand Beach weniger (aber immer noch) touristisch und etwas preiswerter.
  • Mopedtour Nr. 2 auf Ko Chang: Diesmal sind wir schlauer und achten beim Mieten des Mopeds auf ein entscheidendes Detail: Scheibenbremsen!!! Dabei ist es an der Ostküste, an der wir diesmal gefahren sind deutlich flacher als letztens an der Westküste. Dafür gibt es dort feine Obstplantagen.
  • An einer Straße haben wir Bäume mit einer mir bislang gänzlich unbekannte Zitrusfrucht gefunden. Die Rucksäcke haben wir mit mehreren Exemplaren gefüllt. „Som-oohh“ heißt die Frucht, wie uns unsere Wirtin erklärte. Rückübersetzt aus meinem Sprachführer heißt das Ding auf Deutsch „Pomelo“.
  • Die gibt es neuerdings in Deutschland im Aldi. Wie mir Micha per eMail mitteilte, ist die Pomelo eine Kreuzung aus Pampelmuse und Grapefruit (ich dachte immer, das sei das selbe…) und kommt ursprünglich aus Israel und ist seit 1978 in Deutschland zu haben.

Ko Chang kurz & knapp

  • Ko Chang liegt im Golf von Thailand; im Südosten des Landes und in Sichtweite des Festlandes. Gemeint ist hier die große Insel Ko Chang (nördlich von Pattaya liegt die kleine Insel Ko Si Chang).
  • Länge: ca. 30 Km, Breite: max. ca. 15 Km.
  • ca. 300 Km Luftlinie von Bangkok entfernt.
  • Hinkommen
    Flugzeug ab Bangkok (dort z.B. im Reisebüro buchen) nach Trat auf dem Festland. Von dort mit dem Minibus zur Fähre.
    Bus ab Bangkok (Khao San Road, etwa 8 Stunden) oder ab Pattaya. Dann mit der Fähre zur Insel übersetzen. Auf der Insel warten am Anleger Songtaus, die zu den Stränden an der Westküste fahren.
  • Übernachten in Hütten und Bungalows direkt am Strand ab 500 Baht pro Haus am nördlichen „White Sands Beach“. Preiswerter an den Stränden im Süden der Insel.

Weiterreisen / Rundreise

Alle anderen, bedeutsamen Strände in Thailand erreichst du von Ko Chang aus über Bangkok. – Mit einer Ausnahme: Pattaya ist eine entspannte halbe Tagestour mit dem Bus entfernt. Überlege aber zuvor, ob du dort wirklich hinwillst. Ansonsten eben Bangkok. Von dort aus steht dir die Inselwelt im Golf von Siam und an der Andamansee offen.

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