Ko Phi Phi

Ko Phi Phi: die unkaputtbare Schöne in der Andamansee.

So haben wir uns die Trauminsel immer vorgestellt. Strände: feinsandig. Wasser: türkisklar. Menschen: schön und braun. Die Insel ist zu klein für Straßen und Autoverkehr, aber groß genug für alles, was dekadente Backpacker lieben. Phi Phi zählt zwar zu den schönsten Inseln der Welt, dennoch bleibt das Preisniveau noch entspannt. Ein fast perfektes Idyll, auf dessen Seele noch der Tsunami von 2004 lastet.

Zuerst Diskussionen über ökologische Belastungen durch die Dreharbeiten zu „The Beach“. Dann die vermeintlichen Killerseuchen: SARS und die Vogelgrippe. Zuletzt die Jahrhundert-Katastrophe: der Tsunami, der am 26.12.2004 über die flache Tonsai Bucht fegte und Tote sowie Chaos hinterließ. Die Insel und ihre Menschen haben gelitten. Mehrmals fragten wir bange, ob dieses Paradies verloren sei. – Ist es nicht. – Der Tourismus auf Ko Phi Phi ist einfach unkaputtbar.

Es ist wieder, wie es vor der Flut war: wieder drängen sich die Reisenden vorn auf dem Bug des Schiffes, das von Krabi oder Phuket in die Tonsai Bucht einläuft, staunen über unfassbare Naturschönheit und knipsen Gigabytes von Bilder auf die Speicherkarten.

Sobald das Boot angelegt hat, umkreisen Schlepper und Nepper wieder die frischen Touristen und bieten Unterkünfte an. Das touristische Leben hat Phi Phi schon lange wieder im Griff. Der Tsunami scheint vergessen.

Wer sich nicht mehr an den dichten Palmenwald hinter dem Bootsanleger erinnert, vermisst ihn nicht und findet die paar struppigen Palmen, die nun dort wachsen, ganz normal. Ein paar Tsunami-Warnschilder oder -Gedenktafeln erinnern an eine Flutwelle, die lange her ist. Dennoch sind die Zeichen vorhanden und letztlich unübersehbar.

Der Lauf der Dinge

Vor über 25 Jahren entdecken ein paar herumstreifende Freaks Ko Phi Phi als Billigstparadies. Der Geheimtipp wird – ganz im Vertrauen – weitergereicht. Hütten und erste Guesthouses beherbergen etwas später die zahlreicheren Traveller. Eine feste Bootsverbindung wird eingerichtet. Die erste Strandkneipe verkauft Cola, Singha Beer und Pad Tai.

Das erste Hotel drückt nach fünf Jahren die Strandhütten beiseite. Reiseveranstalter haben’s nach drei weiteren Jahren im Katalog.

Irgendwann hat die Tourismusmaschine das Tropenparadies vollständig annektiert. Egal, was auf Ko Phi Phi geschieht, es sieht so aus, als bliebe das auf absehbare Zeit so.

Schön ist’s immer noch. Hinfahren? Eindeutig JA!

Ach ja, „The Beach“: Der Film wurde auf Ko Phi Phi gedreht, allerdings auf Phi Phi Le. Umweltschützer werfen der Filmgesellschaft vor, das Anpflanzen von Palmen und die Aufschüttung von Sand habe die Insel aus dem ökologischen Gleichgewicht gebracht.

Der Film ist trotzdem sehenswert und eine nette Einstimmung auf eine Thailandreise.

Wanderung zum Viewpoint (Reisetagebuch, 19. Feb. 2006)

Mitglied der „Phi Phi iewpoint Photographers Society“ wird nur, wer den Aussichtspunkt eigenen Fußes ersteigt. 186 Höhenmeter sind zu überwinden. (Der Aufstieg ist ähnlich beschwerlich wie zum Tempel über der Tiger Cave bei Krabi – siehe Reisebericht).

Oben darf das obligatorische Erinnerungsfoto der traumschönen Bucht geknipst werden.

Auch James Hurren ist Mitglied der Society. Weihnachten 2004 kletterte er hier hoch und schoss sein Foto. Abends beschrieb er den schweißtreibenden Aufstieg in einer Merry-Christmas-e-Mail an die Sippe daheim in England. Dies war die letzte Nachricht von James.

Sie waren auf Phi Phi und haben eine Gedenkplatte am Viewpoint angebracht. Ein schlichtes, unauffälliges Ding. „Keep on partying on Phi Phi, Jamesy“ steht darauf.

Eine schöne Vorstellung: Einer dieser 22-jährigen Englischen Boys, für die es nie einen Tag danach gibt, und die abends in den Kneipen der Insel feiern, ist James.

Ich sehe in dort. In jeder Disco. Winke ihm zu, er grinst breit und prostet mir mit einem Chang zu. „Halt die Ohren und anderes steif, Alter“, rufe ich, „keep on partying, James!“

Ich bin Hinterbliebener von James und all den anderen, wische mir die Trauer aus den Augen und steige die 186 Meter hinunter zum Meer.

Auf Phi Phi habe ich nichts mehr zu feiern.

Weiterreisen / Rundreise

Schiffe verbinden die Insel mit Phuket im Westen und Krabi im Osten; die Fahrt dauert rund 1,5 bis 2 Stunden. Beide Ziele verfügen über Flughäfen, von denen andere Landesteile angesteuert werden können. Von Krabi kann man zur Bahnstation nach Surrathani weiterfahren (ca. 3 Stunden Busfahrt). – Beide Orte sind aber auch selbst attraktive Reiseziele.

Wer mit dem Flieger weiter reisen möchte, sollte neben der Schiffspassage von rund 2 Stunden noch mindestens 2 Stunden Fahrt zum Airport einplanen (inkl. Wartezeiten).

Phi Phi kurz & knapp

  • Eigentlich 2 Inseln: das große Touristenparadies „Phi Phi Don“ (siehe Karte) und die kleine „Phi Phi Le“, ca. 3 km südlich von Don und unbewohnt.
  • Geografisch in der Andamansee, etwa in der Mitte zwischen Phuket und Krabi, ca. 40 km südwestlich von Krabi.
  • Hinkommen in 1,5 Std. per Schiff ab Ao Nang und Krabi. Mehrmals täglich ab 9.30 ca. 500 Baht. – Bootstrips ab Phuket für ca. 500 Baht.
  • Übernachtungen in Guesthouse oder Hütte ab 900 Baht. Werden zahlreich direkt am Bootsanleger angeboten. Die meisten in der Tonsai Village, dem Hin Khom – und Long Beach.
  • Volle touristische Infrastruktur: Kneipen, Läden, Unterhaltung, Wassersport (fantastisch zum Tauchen und Schnorcheln!). Alles teurer als z.B. in Krabi, dennoch preislich noch im Rucksack – Rahmen.
    Wer Ruhe sucht, fährt besser woanders hin.
  • Keine einheitliche Schreibweise: Ko Phi Phi / Kho Pi Pi / Ko Pee Pee / P.P. Isl. / PP usw. So ziemlich alles ist in Reiseführern, Broschüren und Reisebüros möglich; nicht verwirren lassen!
  • Einen der atemberaubendsten Ausblicke Thailands gibt es am Viewpoint. Bestes Fotolicht am Vormittag.

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