Ko Samui

Ko Samui: Rummelplatz und Seniorentreff

Ehedem ein Geheimtipp für Backpacker, hat sich Ko Samui zum Tourismus-Vollversorger mit geschäftigem Flughafen gemausert. Kein Touristenwunsch, der auf Ko Samui nicht erfüllt wird. Die Insel ist groß genug, um verschiedene Zielgruppen zu beglücken. Das volle Programm tobt in Chawaeng; ruhiger geht es in Maenam (Bild oben) zu.

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Rummelplatz

Chawaeng Beach

Chawaeng Beach

Wer Rummel braucht, liegt am Chawaeng Beach richtig, alle anderen erleben dort keinen Urlaub, sondern einen Nervenzusammenbruch.

Das Nachtleben von Ko Samui ist Manchem der einzig legitime Grund, sich über 10 Stunden in die hintern Ränge eines Flugzeuges zu pferchen. Die weltberühmte legendäre Full-Moon Party auf Ko Phangan ist nur eine gute Bootsstunde entfernt und wird inzwischen erfolgreich am Chawaeng Beach kopiert. – Täglich, wie Spötter behaupten, wenn dort abends die Bars und Kneipen den Motor anschmeißen. Mitunter legen in den Clubs von Chawaeng weltbekannte Scheibenwechsler wie Sven Väth die Schallplatten auf.

Der 3 km lange „Chawaeng Beach“ ist die Hauptattraktion Samuis und wirkt so typisch Thailändisch wie das „San Miguel“ – Bier, das dort vor einigen Jahren heftig beworben wurde. Freunde Spanischer Strände frönen hier ihren liebsten Freizeitaktivitäten: mit Briten wegen eines Quadratmeters Handtuch streiten, sich in Liegestuhlreihen verirren und von Ordnungskräften von einem privaten Sandhaufen verjagt werden.

Urlaubsprofis lassen sich auch gerne von einem der zahlreichen Speedboote überfahren und verklagen hernach den Reiseveranstalter.

Die Shoppingmeile(n) von Chawaeng bieten alles, was das Touristenherz begehrt: Exzellenten Kaffee bei Starbucks, Hamburger, Deutsches Bier, gefälschte Markenartikel usw.

Chill-Zone

Maenam Beach

Geruhsamer geht es an den anderen Stränden der Insel zu: zunehmend überwintern hier Langzeittouristen fortgeschrittenen Alters.

„Die werden abgerissen“, der Chef der Bungalowanlage am Meanam Beach weist auf eine Reihe heruntergekommener Holzhütten der 400-Baht-die-Nacht-Klasse, „demnächst bauen wir hier Komfortbungalows mit Küche“.

Etliche dieser Bungalows gehobener Ausstattung säumen bereits die Strände der Insel. Vor allem Senioren aus Nordamerika und Europa überwintern darin. Die Jahresmiete fängt bei etwa 2.000 EUR an. Nicht besonders teuer, bedenkt man, wie viel Geld allein für Rheumasalbe gespart wird.

Dieser Zielgruppe bieten zahlreiche Immobilienmakler („real estate“) auch neu gebaute Bungalows zum Kauf an.

Als Folge steigt der Altersschnitt am Maenam oder Lamai Beach zusehends. – Was allerdings auch jüngere Traveller schätzen, die es gern ruhiger als am Chawaeng Beach haben.

Das Strand- und Nachtleben ist hier deutlich entspannter und weitaus ruhiger. Zudem sind speziell die Unterkünfte und Kneipen in Meanam die preiswertesten auf Samui. Schlichte Hütten gibt es ab 500 Baht / Nacht.

Zwar sind auch Bo Phut und Big Buddha Beach am nordöstlichen Zipfel der Insel recht entspannt, manche Besucher nervt dort allerdings der Fluglärm. Die Strände liegen unter der Einflugschneise des Flughafens. – Auch über Chawaeng lärmen Flieger, was dort jedoch wegen des Eigenradaus nicht so auffällt.

Ko Samui kurz & knapp

  • Ko Samui liegt im Golf von Thailand; im Südwesten des Landes, etwa 20 km östlich des Festlandes.
  • ca. 550 Km Luftlinie südlich von Bangkok.
  • Länge: ca. 20 Km, Breite: max. ca. 15 Km.
  • Hinkommen per Bus ab Bangkok (Khao San Road) ab ca. 700 Baht oder per Bahn (ab ca. 900 Baht). Umsteigen in Surratthani und später in Donsak auf eine Fähre.
    Auf der Insel warten am Anleger Songtaus, die zu den Stränden fahren.
  • Fliegen ab Bangkok. Einige Veranstalter bieten Flüge ab Europa an (umsteigen in Bangkok).
  • berühmt, rummelig und teuer: Chawaeng Beach. Mit vollständigem Touristenprogramm.
  • Übernachten günstig etwa am Meanam Beach.

Landschaft

Millionen Besucher jedes Jahr können nicht irren und Samui gilt nach wie vor als Trauminsel und wird gelegentlich als Tropenparadies mit Traumlandschaft hochgejubelt. Ja, Ko Samui hat reizvolle Ecken, ist aber inzwischen für meinen Geschmack zu touristisch (wie überall in Thailand), zu voll gepackt und (abseits von Hochglanzresorts) zu schmuddelig. Landschaftlich ist Samui für mich nur zweite Wahl. Kein Vergleich mit der Inselwelt der Andamansee. Samuis Strände sind zwar nicht schlecht, aber Ko Phi Phi ist einfach schöner, – trotz Tsunami. Und eine Fahrt zwischen Krabi Town und Ao Nang ist grandios. Eine Fahrt auf der Hauptstraße Samuis ist einfach nur gefährlich.

Die Hauptstraße, die die Insel umrundet, ist überfüllt mit Pickups, LKW und Farangs ohne Helm auf Mopeds. Zudem dreckig, holprig und reizloser als der Ruhrschnellweg.

Carmen mailt und empfiehlt Wasserfälle:

„10 km südlich von Na Thon ist Na Muang Falls. Dieser Bereich ist leicht zugänglich von Ban Thurian über eine unbefestigte Straße. Tatsächlich gibt es zwei Wasserfälle hier, Na Muang 1, der 18 Meter hoch ist und Na Muang 2, der etwa 80 Meter hoch ist, und erfordert einen 30 Minuten Fußmarsch, um an die Spitze zu gelangen. Dort wird man für die Anstrengung entlohnt und kann in dem natürlichen Wasserfall-Pool schwimmen. Sehr erfrischend. Das letzte Stück bis zum Pool ist sehr ausgespült. Es stehen aber kostenlose Wegbegleiter bereit, die Dich bis zum Pool begleiten auf dich warten um Dich dann quer über den Wasserfall wieder nach unten bringen. Sehr schön um Fotos zu machen. Die Aussicht dort ist grandios.“

Nervenkitzel

Die Unterhaltungsindustrie auf Samui trägt dick auf, um gelangweilte Besucher mit Nervenkitzeln zu versorgen:

  • Bungee Jumping
  • Rock Jumping: wie Bungee, aber von Felsen.
  • Cable Riding im Dschungel: an einer Seilbahn festklammern und zwischen Baumwipfeln fahren.
  • Thai Boxen
  • Stierkampf: angeblich unblutig. Aber wo kommen die Steaks her, die abends in den Kneipen serviert werden?
  • Speedboot fahren
  • Paintball Shooting: Ego Shooter, nicht am PC, sondern live, mit „richtigen“ Feinden und Waffen.
  • Tauchen
  • Go kart fahren auf Go Kart Bahn
  • Motorrad fahren
    Interessiert? Prospekte und Werbetafeln überall in Unterkünften, Reisebüros und Kneipen.
  • Der ultimative Thrill:
    Die Fahrt mit ordinären Linien-Songtau. Und zwar hinten auf dem Trittbrett, stehend.
    Die schlechtesten Straßen Thailands treffen auf die ambitioniertesten Fahrer Thailands. Während bei den oben genannten Aktivitäten allerlei Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, ist das wirklich gefährlich!

Weiterreisen / Rundreise

Wer am Chaweang Beach noch nicht genug Party hatte, setzt mit dem Boot nach Ko Phangan über. Hier toben die weltberühmten Full-Moon- (und inzwischen auch Black-Moon-) Partys. – Außerhalb der Partytermine lockt die Nachbarinsel mit schöner Landschaft.

Das große Thailand – Inselhopping: Mit dem Flieger erreicht man Phuket in der Andamansee in rund einer Stunde. Mit dem Bus kannst du dorthin eine Tagesreise einplanen.

Krabi auf dem Festland an der Andamansee und die schönen Stränden in der Umgebung erreichst du ebenfalls in einer Stunde per Flieger und einer knappen Tagesreise per Bus.

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