Ao Nang

Ao Nang (bei Krabi):
Vom Fischernest zu „Klein-Ao-Renal“

Krabis Pauschal – Abteilung: Für Backpacker ist Ao Nang als eigenständiges Reiseziel eher uninteressant, ein Kurzausflug von Krabi Town (ca. 15 km) lohnt wegen der Freizeitmöglichkeiten aber durchaus.

Wer nur verbaute Spanische Strände kennt und (als Kunde von TUI) direkt vom Airport in Phuket nach Ao Nang gekarrt wird, mag diesen Ort paradiesisch finden. Wer hingegen die wirklich grandiosen Strände Thailands (z.B. Railey, abseits auf Ko Pi Pi oder Ko Lanta) kennt, findet Ao Nang wohl eher durchschnittlich.

Dennoch: Ao Nang wird schon seit Jahrtausenden von einer eindrucksvollen Felskulisse eingerahmt. Auch die vielfältigen Bauprojekte in der Umgebung beeinträchtigen den landschaftlichen Reiz (noch) nicht.

Ao Nang für Backpacker

Das Angebot speziell für Backpacker wird dünn: Billigunterkünfte, wilde Garküchen und Wellblechrestaurants – vor einigen Jahren noch zahlreich vorhanden – sind fast völlig verschwunden. Die Zahl gestylter Urlaubsressorts steigt hingegen.

Immerhin gibt es (noch) keine schlimmen Bausünden und Hotelburgen. Touristenbuden und Ferienanlagen (viele fast direkt am Strand gelegen), fügen sich einigermaßen harmonisch in die Landschaft.

Die Uferböschung drohte vor Jahren ins Meer gespült zu werden, ist inzwischen jedoch betoniert. Das liest sich hier allerdings schlimmer als es tatsächlich aussieht. Eigentlich haben die Thailändischen Landschaftsgärtner die Uferpromenade sogar recht hübsch gemacht.

Wer bis zum Ende des Strandes wandert und durch den kleinen Pril watet, gelangt zum „Monkey Trail“. Der Bohlenweg führt durch dichtes Buschwerk über die Felsen zu einem abgelegenen Ferienresort. Der idyllische kleine Strand ist frei zugänglich. – Die allgegenwärtigen Affen, nach denen der Weg benannt ist, besser großräumig meiden. Das sind ziemlich lästige Gesellen!

Die Bootsfahrt von Ao Nang zum nahen Railey Beach bietet immer noch überwältigende Ausblicke auf eine der schönsten maritimen Landschaften der Welt. Mehr fantastische Ansichten gibt es für etwa einen Euro fast nirgends auf der ganzen Erde. – Wären nur die Bootsmotoren nicht so laut.

Was immer in Ao Nang geschieht, hat mit Tourismus zu tun. Eine authentisch Thailändische Infrastruktur (wie in Krabi Town) gibt es nicht mehr. Tourismusangebote wuchern in die Umgebung. Wo vor Jahren noch Buschland war, stehen und entstehen nun Ferienanlagen.

Nicht zuletzt wegen der zahlreichen Freizeitangebote scheint und Ao Nang mitsamt Strand nie so voll und überlaufen, wie es tatsächlich ist.

Hinkommen

Ab Krabi Town fährt das Songtau (überdachter Pickup von Toyota oder Isuzu mit 2 Sitzreihen auf der Ladefläche) tagsüber im 10-Minutentakt ab Bootsanleger / Uferpromenade.

Fahrpreis 50 Baht, Fahrzeit ca. 40 Min.

Oder ab Krabi mit gemietetem Moped. Empfehlenswert wegen der großartigen Landschaft entlang der Straße!

Ao Nang nach dem Tsunami

Sie lädt weit mit den Armen aus: „Kaputt, alles kaputt – wusch!“ Mit ein paar Deutschen Worten beschreibt die Masseurin am Strand von Ao Nang, wie der Tsunami ihre Massagebude weggefegt hat. Viel Widerstand konnten die Buden dem Wasser nicht leisten. Dürre Holzlatten sind mit Bindedraht verbunden, das Dach besteht aus einem Geflecht von Palmblättern. Die Masseurin zeigt, wo die Hütten gelandet sind. Irgendwo weiter im Gebüsch. Sie selbst konnte sich in Sicherheit bringen, ist einen Trampelpfad in Richtung der Felsen hoch gerannt. Es hat gereicht. Sie glaubt, in Ao Nang sei niemand umgekommen. Alle ihre Freunde und Verwandten haben überlebt. Wenn es dort Tote gab, dann nur sehr wenige. Glaubt sie jedenfalls.

Jetzt steht die Bude wieder mit 12 weiteren am Strand von Ao Nang, so als sei nie etwas geschehen und als hätte es nie einen Tsunami gegeben. Wie immer wird jeder Farang angesprochen: „Want massage? Oil massage, foot massage…“ Und es sind wieder viele hier, während in Krabi Town auffällig wenige Touris sind.

Überhaupt sieht Ao Nang auf den ersten Blick aus wie immer, nur noch aufdringlicher. Die selben Läden wie vor der Flut, die Uferpromenade hat den Tsunami unbeschadet überstanden.
Ein paar Resorts und Restaurants sind neu. Gehobene Stufe für den stilbewussten Pauschaltouristen.

Alles gepflegter und steriler. Der Weg zum „last Cafe“, den ich noch als Trampelpfad und Müllhalde kenne, ist nun hübsch gepflastert, das Grünzeug haben Gärtner in Form gebracht. Mopeds sind verboten und Parken wird mit drakonischen 2.000 Baht bestraft.

Neu auch die Schilder, die über richtiges Verhalten bei einem Erdbeben aufklären. Dazu ist an jeder Ecke ein Tsunami – Fluchtweg beschildert. Die Palmen am Ufer überragt der Mast mit den Lautsprechern, über die im Notfall Flutwarnungen erschallen werden. Mir fehlt noch ein Schild im Wasser, das einem Tsunami verbietet, an Land Schaden anzurichten und ihn auffordert, sofort umzukehren. – Das bei einer Strafe von 2.000 Baht.

Jeder Tag ist D-Day in Ao Nang

Wer rein zufällig die Invasion der Alliierten in der Normandie 1944 verpasst haben sollte, kann sich täglich in Ao Nang ein Bild machen, wie es damals gewesen sein mag.

Jeden Tag, so gegen 9.00 Uhr, finden in Ao Nang bei Krabi Invasionsfestspiele statt. Um genau zu sein, liegen dort etwa 1.000 Longtail- und ebenso viele Speedboote am Strand. Unzählige Menschen wuseln um die Boote herum.

Es sieht zwar nach einer amphibischen Landung aus, aber tatsächlich inszeniert sich der Individualtourismus auf absurdeste Art.

Es ist natürlich öde, wie alle anderen einfach am Ao Nang Beach oder am Railey Beach abzuhängen. Deshalb bieten Thailändische Reiseveranstalter das Fluchtprogramm für Zwischendurch an:

5 Inseln an einem Tag für 450 Baht: Lading Island, Hong Island, Pakbia Island, Rai Island und Daeng Island incl. Mask, Snorkel, Lunch, Hotel Transfer, Fruit und, – halt dich fest: Life Jacket!

Oder 4 Inseln: Tup Island, Chicken Island, Poda Island und Phra Nang Cave; ebenfalls mit allen Zusatzleistungen.

Nein, ich habe das nicht gemacht und schreibe die Angebote von Werbeplakaten ab, die direkt über mir in diesem Internetcafe (das auch ein Reisebüro, eine Kneipe und ein Guesthouse ist) hängen.

Es muss klasse sein, in intimer Atmosphäre die kleinen Inseln in der Andamansee zu entdecken, die fast noch kein Farang vor einem gesehen hat. Möglicherweise kann dein Boot nicht auf Hong Island anlegen, weil der Strand schon mit 27 anderen Booten völlig überfüllt ist. Egal, es gibt noch ein paar andere Felsen in der See, deren Besuch sich ebenfalls nicht lohnt.

Freizeitangebote

Die Freizeitangebote machen Ao Nang zum Tagesausflugsziel von Krabi Town (wo man besser wohnt). Du kannst:

  • Am Strand rumliegen. Für den einen oder anderen Tag ist der Strand in Ao Nang ganz nett.
  • Massage am Strand genießen. Vor Jahresfrist wurde noch auf Matten am Strand geknetet, inzwischen haben die Masseurinnen mit Hütten aufgerüstet. 1 Std. Massage für 200 Baht (5 E). Nicht so therapeutisch wie im WAT PO in Bangkok, aber sehr angenehm.
  • Tauchen: Deutsche Tauchschule (PADI) an der Straße am Strand.
  • Thais beim Sichverpügeln zusehen: Thai Boxing jeden Freitag Abend.
  • Thai Kochkurse belegen. Mehr dazu in den Reisebüros an der Straße am Strand.
  • Bootsausflüge und Trekkingtouren buchen. Näheres in den Reisebüros an der Straße am Strand.
  • wandern: Etwas abseits, 10 Minuten zu Fuß nördlich vom Ao Nang Beach ist der Nopparatthara Beach zwar nicht besonders schön, dafür ruhig. Unter den Bäumen am Nordend picknicken Thais am Wochenende (das Songtau nach Krabi hält dort).
    Achtung: In einer der Kneipen wurde mir das übelste Essen in ganz Thailand serviert. Besser woanders speisen.

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