Ao Nang (bei Krabi):
Vom Fischernest zu "Klein-Ao-Renal"
Ao Nang:
Krabis Abteilung für Pauschaltouris
Für Backpacker ist Ao Nang als eigenständiges Reiseziel eher
uninteressant, ein Kurzausflug von Krabi Town (ca. 15 km) lohnt wegen
der Freizeitmöglichkeiten aber durchaus.
Wer nur verbaute Spanische Strände kennt und (als Kunde von TUI) direkt
vom Airport in Phuket nach Ao Nang gekarrt wird, mag diesen Ort
paradiesisch finden. Wer hingegen die wirklich grandiosen Strände
Thailands (z.B. Railey, abseits auf
Ko Pi Pi oder Ko Lanta) kennt, findet
Ao Nang wohl eher durchschnittlich.
Dennoch: Ao Nang wird schon seit Jahrtausenden von einer eindrucksvollen
Felskulisse eingerahmt. Auch die vielfältigen Bauprojekte in der
Umgebung beeinträchtigen den landschaftlichen Reiz (noch) nicht.
Hinkommen
Ab Krabi Town fährt das Songtau (überdachter Pickup von Toyota oder
Isuzu mit 2 Sitzreihen auf der Ladefläche) tagsüber im 10-Minutentakt ab
Bootsanleger / Uferpromenade.
Fahrpreis 30 Baht (70 Ct.)
Fahrzeit ca. 40 Min.
Oder ab Krabi mit gemietetem Moped. Empfehlenswert wegen der großartigen
Landschaft entlang der Straße!
Das Angebot speziell für Backpacker wird dünn: Billigunterkünfte,
wilde Garküchen und Wellblechrestaurants - vor einigen Jahren noch
zahlreich vorhanden - sind fast völlig verschwunden. Die Zahl
gestylter Urlaubsressorts steigt hingegen.
Immerhin gibt es (noch) keine schlimmen Bausünden und Hotelburgen.
Touristenbuden und Ferienanlagen (viele fast direkt am Strand gelegen),
fügen sich einigermaßen harmonisch in die Landschaft.
Im Februar 2002 fiel mir noch die Erosion direkt am Strand auf. Das Wasser
grub sich in Richtung Strandpromenade. Die ersten Palmen am Strand drohten
umzufallen.
Inzwischen ist die Uferböschung betoniert. Das liest sich hier allerdings
schlimmer als es tatsächlich aussieht. Eigentlich haben die Thailändischen
Landschaftsgärtner die Uferpromenade sogar recht hübsch gemacht. Es fehlen
vielleicht noch ein paar Gartenzwerge um das gärtnerische Idyll zu
perfektionieren. Die könnten einem am Strand beim Verzehren eines Big Macs
- erworben im neu eröffneten McDonalds - Gesellschaft leisten. - Die
Burgerbrater in Ao Nang klagen übrigens über zurückhaltendes Kaufinteresse
(gelesen in einem Szeneblatt in Krabi).
Genug gespottet: Die Bootsfahrt von Ao Nang zum nahen Railey Beach
bietet immer noch überwältigende Ausblicke auf eine der schönsten
maritimen Landschaften der Welt. Mehr fantastische Ansichten gibt es für
etwa einen Euro fast nirgends auf der ganzen Erde. - Wären nur die
Bootsmotoren nicht so laut.
Was immer in Ao Nang geschieht, hat mit Tourismus zu tun. Eine
authentisch Thailändische Infrastruktur (wie in Krabi Town) gibt es nicht
mehr.
Tourismusangebote wuchern in die Umgebung. Wo vor Jahren noch Buschland
war, stehen und entstehen nun Ferienanlagen.
Nicht zuletzt wegen der zahlreichen Freizeitangebote scheint und Ao
Nang mitsamt Strand nie so voll und überlaufen, wie es tatsächlich ist.
Ao Nang nach dem Tsunami
Sie lädt weit mit den Armen aus: "Kaputt, alles
kaputt - wusch!" Mit ein paar Deutschen Worten beschreibt die Masseurin
am Strand von Ao Nang, wie der Tsunami
ihre Massagebude weggefegt hat. Viel Widerstand konnten die Buden dem
Wasser nicht leisten. Dürre Holzlatten sind mit Bindedraht verbunden,
das Dach besteht aus einem Geflecht von Palmblättern. Die Masseurin
zeigt, wo die Hütten gelandet sind. Irgendwo weiter im Gebüsch.
Sie selbst konnte sich in Sicherheit bringen, ist einen Trampelpfad in
Richtung der Felsen hoch gerannt. Es hat gereicht. Sie glaubt, in Ao
Nang sei niemand umgekommen. Alle ihre Freunde und Verwandten haben
überlebt. Wenn es dort Tote gab, dann nur sehr wenige. Glaubt sie
jedenfalls.
Jetzt steht die Bude wieder mit 12 weiteren am Strand von Ao Nang, so als
sei nie etwas geschehen und als hätte es nie einen Tsunami gegeben. Wie
immer wird jeder Farang angesprochen: "Want massage? Oil massage, foot
massage..." Und es sind wieder viele hier, während in Krabi Town
auffällig wenige Touris sind.
Überhaupt sieht Ao Nang auf den ersten Blick aus wie immer, nur noch
aufdringlicher.
Die selben Läden wie vor der Flut, die Uferpromenade hat den Tsunami
unbeschadet überstanden.
Ein paar Resorts und Restaurants sind neu. Gehobene Stufe für den
stilbewussten Pauschaltouristen.
Alles gepflegter und steriler. Der Weg zum "last Cafe", den ich noch als
Trampelpfad und Müllhalde kenne, ist nun hübsch gepflastert, das
Grünzeug haben Gärtner in Form gebracht. Mopeds sind verboten und Parken
wird mit drakonischen 2.000 Baht bestraft.
Neu auch die Schilder, die über richtiges Verhalten bei einem Erdbeben
aufklären. Dazu ist an jeder Ecke ein Tsunami - Fluchtweg beschildert.
Die Palmen am Ufer überragt der Mast mit den Lautsprechern, über die im
Notfall Flutwarnungen erschallen werden.
Mir fehlt noch ein Schild im Wasser, das einem Tsunami verbietet, an
Land Schaden anzurichten und ihn auffordert, sofort umzukehren. - Das
bei einer Strafe von 2.000 Baht.
Freizeitangebote
Die Freizeitangebote machen Ao Nang zum Tagesausflugsziel von Krabi
Town (wo man besser wohnt). Du kannst:
Am
Strand rumliegen. Für den einen oder
anderen Tag ist der Strand in Ao Nang ganz nett.
Massage am Strand genießen.
Vor Jahresfrist wurde noch auf Matten am Strand geknetet, inzwischen
haben die Masseurinnen mit Hütten
aufgerüstet. 1 Std. Massage für 200 Baht (5 E). Nicht so therapeutisch
wie im WAT PO in Bangkok, aber sehr angenehm.
Tauchen: Deutsche Tauchschule
(PADI) an der Straße am Strand.
Thais beim Sichverpügeln zusehen: Thai Boxing
jeden Freitag Abend.
Thai
Kochkurse belegen. Mehr dazu in den
Reisebüros an der Straße am Strand.
Bootsausflüge und Trekkingtouren buchen.
Näheres in den Reisebüros an der Straße am Strand.
wandern: Etwas abseits, 10
Minuten zu Fuß nördlich vom Ao Nang Beach ist der Nopparatthara Beach
zwar nicht besonders schön, dafür ruhig. Unter den Bäumen am Nordend
picknicken Thais am Wochenende (das Songtau nach Krabi hält dort). Achtung: In einer der Kneipen wurde mir das übelste Essen in ganz
Thailand serviert. Besser woanders speisen.

|