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Suratthani (oder Surat Thani):
Warteschleife in Südhtailand

Jedes Jahr kommen mehrere 100.000 Touristen nach Suratthani. Dennoch ist der Ort den Meisten kein Reiseziel, sondern ein Ärgernis davor.

In der Warteschleife. Mittendrin!

Suratthani ist mindestens so langweilig wie dieses Bild: Um 16.00 kam der Bus aus Ko Samui am Bahnhof an; um 22.15 fährt der Nachtzug nach Bangkok. Ein gutes Buch ist wie stets segensreich!

Die aufregendste Entdeckung in Suratthani ist wohl, dass die unspektakuläre Betonstadt römisch-katholischer Bischofssitz ist.
Die obligatorischen, vollkommen uninteressanten buddhistischen Tempel können dennoch besichtigt werden. Doch kaum ein Reisender interessiert sich ernsthaft dafür. Die Tempel dienen ohnehin ausschließlich der spirituellen Versorgung der 42.000 Menschen, die in der Touristen-Drehscheibe im Süden Thailands leben.

Seine touristische Bedeutung verdankt Suratthani  hauptsächlich dem Bahnhof, denn der ist auch Bahnanschluss für Phuket, Krabi, Ko Lanta, Ko Samui und Ko Phangan. Wenngleich diese Orte drei oder mehr Reisestunden entfernt sind, haben sie in Ermangelung eines eigenen Gleisstranges eben diese, nächstgelegene Station adoptiert.

Zwischen dem Nachtzug aus Bangkok und der Weiterfahrt mit Bus und Fähre zum Traumstrand hat sich die berüchtigte Warteschleife in Suratthani fett und breit gemacht. Aber auch Busse aus der oder in die Hauptstadt legen hier eine großzügige Pause von etlichen Stunden ein.

Willst du also von Bangkok in den Süden Thailands oder zurück, so rechne mit ein paar munteren Stündchen Aufenthalt in einer der ödesten Städte zwischen dem Mekong und Singapur.

Decke dich also mit einem guten Buch ein oder fülle noch einmal den Speicher deines MP3-Players. Obgleich die Warterei auch unerwartet reizvoll sein kann: Manche gelangweilte Leidensgenoss/inn/en sind einem kleinem Flirt - wirklich nur zum Zeitvertreib - nicht abgeneigt. - Ein netter Kolateralnutzen (ich musste dieses Wort noch einmal unterbringen, sorry).

Joseph ist mit obiger
Sichtweise nicht einverstanden und mailt:
"Ist sehr interessant was die Leute so zu Suratthani loslassen, ich lebe jetzt seit 4 Jahren hier, nach drei Jahren Koh Tao. Suratthani ist eben Thailand und nicht Mallorca. Man muss schon die Augen aufmachen um das zu erkennen..."

Suratthaini: Sagen und Legenden

"Suratthaini" heißt wörtlich übersetzt "Stadt der guten Menschen". Das halten viele Traveller für einen gelungenen Witz und den einzigen Grund zum Lachen an diesem Ort.

Als wäre es nicht schon genug, Stunden kostbarer Zeit am Straßenrand in einem öden Nest zu verplempern, so verbessern zahlreiche Sagen, Mythen und Legenden dessen Image keineswegs.

Die meisten dieser Geschichten stimmen zwar, allerdings geht es selten um etwas wirklich ernsthaftes und die meisten Reisen und Warteschleifen in Suratthani verlaufen wohl langweilig, aber problemlos.

Erzählt wird etwa, dass statt des gebuchten, teuren VIP Busses mit fetten, breiten Liegsitzen in Suratthani ein enger Behelfsbus bereitgestellt wird. - Das geschieht offenbar recht häufig, ist aber mit etwas fernöstlicher Gelassenheit durchaus erträglich.

Oder der Anschlussbus soll erst in 6 Stunden fahren. Wer sofort weiter will, muss 200 Baht extra zahlen. - Auch dies eine nicht unübliche Praxis.

Ansonsten berichten Traveller, dass sie irgendwo an einem abgelegenen Busterminal abgesetzt wurden und nur nach Zahlung von ein paar Hundert Baht mit einer anderen Fuhre weiter kamen.

Von Gepäckdiebstählen während der Busfahrt wird ebenfalls immer wieder berichtet. Die sind zwar wirklich selten, aber wenn es ausgerechnet dich erwischt, ist es ärgerlich. Packe daher Wertsachen nicht in die Taschen, die du unten im Gepäckfach des Busses verstaust.

Derartige Traveller-Legenden spielen sich übrigens fast ausschließlich in Suratthani ab. Aus anderen Ecken des Landes werden deutlich weniger Gaunereien berichtet.

Ist also doch etwas Außergewöhnliches an diesem scheinbar grottenöden Ort? Schau dich doch mal um, wenn du irgendwann mal in der Warteschleife hängst. Vielleicht fällt dir ja etwas auf ...

Tomas mailt sein Erlebnis in Surrathani, wo er unverhofft ein echtes Stück Thailand fand

Wir hatten im Juni 2009 einen ungeplanten Aufenthalt in Surat Thani, der mir in sehr angenehmer Erinnerung geblieben ist.

Von Phuket kommend, hielten wir nachmittags mit dem Bus gleich am Bahnhof, um Tickets zu kaufen. Wir wollten mit der Bahn am nächsten Morgen (Abfahrt 09:40) nach BKK fahren. Es ging nicht um Kilometerfressen, sondern um Reisen + Sehen bei Tageslicht. Die Tickets für den nächsten Tag waren ausverkauft, also für den übernächsten gebucht. Dann mit dem Taximeter in "die Stadt". Mein Mitfahrer spricht gut Thai und so hat er dem Taxifahrer unseren Wunsch nach einem guten, aber keinem Luxushotel (gibts es hier auch, ca. 2700 THB pro Nacht) verständlich machen können (Grand Thara, 500 THB pro Nacht, mit Aircon, Dusche und ausreichend großem Bett, bin 191 cm lang). Vielleicht war es Glück, aber es war an der Flußprromenade eine über mehrere Hundert Meter verteilte Veranstaltung mit Musik, Show, Essen+Trinken (logisch in TH), die bis ca. 23Uhr (Ende der Veranstaltung) keine Langeweile aufkommen ließ.

Während mein Mitfahrer zurück ins Hotel ging, führte mich ein anschließender Spaziergang irgendwolang dann auch noch zu anderen geöffneten Betrieben, in denen zwar kein englisch gesprochen, mein Wunsch nach einem Getränk aber doch verstanden wurde. Gegen 02Uhr wurde zwar auch hier geschlossen, war aber lange genug für meinen Geschmack. Am nächsten Tag einen kleine Spaziergang (ca. 6h) durch den Ort gemacht und gefreut, nicht auf westliche Burgerbrater zu stoßen. Trotzdem natürlich kein Futtermangel - und zur Bestellung eines Khao Pad reicht mein Thai dann doch. In 6h keinen anderen Farang getroffen - ich fühlte mich wirklich mal in Thailand.

 

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Der Bahnhof selbst liegt in Phun Phin, etwa 10 - 15 km westlich von Suratthani-City.

Kneipen am Bahnhof: Es sind Touristenfallen, keine Frage. Aber Getränke und Speisen sind in Ordnung, die Preise ebenfalls. Also: Platz nehmen und genießen (oder weißt du etwas Besseres????). Das Personal kennt zudem den Zugfahrplan genau!

 

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