Obst in Thailand

Mixed Fruchtjuice:
Obst und Früchte in Thailand

Durian

Durian

“No Drugs, no Prostitutes, no Durians!“ – Ein Schild am Eingang eines Bangkoker Guesthouses macht klar, was draußen bleiben soll. Dabei passen Durians nicht wirklich in die Aufzählung, denn sie sind weder illegal oder sonst wie unmoralisch.

Tatsächlich lieben Thais die großen grünen Früchte und schätzen sie als Delikatesse. Farangs hingegen hassen sie und verachten sie als Stinkbomben.

Eine einzige überreife und aufgeschnittene Durian kann ein ganzes Guesthouse auf Tage hin unbewohnbar machen. Hoteliers fürchten um ihre Umsätze und verbieten die Stinker in ihren Häusern kurzerhand.

Wer sich jedoch überwindet, die Frucht mit dem fragwürdigen Duft zu kosten, ist mitunter angenehm überrascht. Geschmacklich entspannter als im Geruch; wie ein mildwürziger, sahniger Käse. Zu Rotwein (in Thailand leider eher unüblich) und Baguette gar nicht übel.

Jack Fruit

jackfruit

Die Frucht in der Frucht. Nur selten kauft jemand ein ganze Jack Fruit. Vielmehr schälen Händler aus der großen grünen Frucht viele kleine gelbe Früchte, die sie stückweise verkaufen.

Bei Farangs ist die Frucht nicht sonderlich beliebt. Das Fruchtfleisch kaut sich manchmal etwas gummiartig und trocken. Geschmacklich mitunter etwas bitter überzeugt die Jack Fruit nicht jeden.

Mangosteen

Die alternativen Gesundheitsszene schreibt der Mangosteen allerlei wundersame Wirkungen zu. Glücklicherweise schmeckt die Frucht nicht übermäßig gesund, sondern ein wenig wie rotes Beerenobst, fruchtig süß-säuerlich.

Dabei ist das saftige Fruchtfleisch weiß und erinnert mich ein wenig an ein Gehirn. Die zentimeterdicke Schale lässt sich mit spitzen Fingern aufpuhlen. Manche nehmen aber notorisch ein Messer dazu.

Trotz ihres Namens hat die Frucht nichts mit der Mango zu tun.

Dragon Fruit:
Ein völlig geschmackloser Beitrag

Dragonfruit

„Flavoured with Dragonfriut – geschmacklich mit Dragonfruit angereichert“. Mit diesem Spruch preist ein Getränkehersteller seinen Bier-Brause-Mix an.

In Thailand bekommst du Dragonfruits an der Straße. Knallig pink mit grellen Zotteln geben sie die Diva im Obstregal. Dagegen sieht jede Mango blass aus. Würde die nur halb so spektakulär schmecken wie sie aussieht, dir würden nach dem ersten Bissen sämtliche Geschmacksnerven explodieren. Tut sie aber nicht…

Die Frucht hat sich mit ihrem Outfit leider derart verausgabt, dass für den Geschmack nichts mehr bleibt. Das Ding schmeckt nach absolut gar nichts. Eine Blenderin, diese Dragonfuit.

Entsprechend ist sie kein großer Verkaufsschlager. Höchstens Touristen lassen sich blenden. – Und Anhänger von Bier-Brause-Mixgetränken.

Rambutan

Rambutan

Optisch sind die roten Zotteln nach der Dragonfruit nur die Nummer zwei im Obstregal. Geschmacklich hängen Rambutans die Drachenfrucht allerdings locker ab.

Die Früchte sind verwandt mit den daheim bekannten Litschis (diese weißlichen Kugeln, die es beim Chinesen am Buffet zum Dessert gibt) und schmecken den meisten Farangs gut. Die milchig-weißen Früchte flutschen recht einfach aus der Schale.

Lansat

Lansat

Auf den ersten Blick sehen die unspektakulären Lansats aus wie kleine Kartoffeln. Die Früchte schmecken etwas süß-säuerlich und manchmal leicht bitter nach Zitrusfrüchten. Schnell pult man ein paar aus der dünnen Schale, verputzt sie munter … bis es irgendwann seltsam an den Fingern klebt … und dann im Mund.

Der Gesundheitsapostel warnt somit: Übermäßiger Genuss von Lansats kann zu pelzig klebrigen Fingern und Mund führen. Dagegen hilft kein Waschen. Irgendwann ist es wieder vorbei.

Dann holt man sich eben eine neue Tüte der leckeren kleinen Kugeln.

Banane 2.0

banane

Kennen wir. Banane eben und die langweiligste Frucht rechts und links der Zonengrenze. In Thailand werden etliche Sorten angeboten. Der absolute Tipp ist ausgerechnet die mickrige „Fingerbanane“. Die sieht deutlich kümmerlicher aus als die pralle EU-Normbanane: gerade mal 8 oder 9 cm lang und kaum dicker als ein Daumen, eingehüllt in gelb-graue Schale gibt sie sich sehr unscheinbar.

Die kleine Thai-Banane setzt auf innere Werte: Von der Normbanane hinreichend abgestumpfte Geschmacksnerven befeuert sie mit ungewohnten, reichen und üppigen Aromen sowie einer vollen Dröhnung Fruchtzucker. Prädikat: Banane für Fortgeschrittene, zum Ignorieren viel zu lecker!

Mango

mango

Kennen wir auch. Mangos gibt es schließlich für 1,39 im Aldi. Doch selbst wenn man beim Discounter eine einigermaßen reife Frucht erwischt: Mit den vollreifen Thailändischen halten die nicht mit. Nur die sind durch und durch süß und saftig und haben die feine Note nach frisch geschäumter Olivenseife. – Kurzum: Mangos sind in Thailand ein ganz großer Genuss.

Ein klassisches Dessert sind Mangos mit süßem Reis, der in Kokosmilch gekocht wurde. – Wird gelegentlich an Straßenständen und auf Märkten gehandelt.