Sprache in Thailand

Sprache & Schrift in Thailand

Thai ist anders als westliche Sprachen: Die Betonung bzw. Tonhöhe entscheidet über den Sinn des Gesprochenen. Das kann zu feinen Missverständnissen führen: Man glaubt sich höflich geäußert zu haben, doch dank einer leicht fehlerhaften Betonung war es eine Beleidigung. Zum Glück sind die meisten Thais tolerant. Und zum noch größeren Glück verstehen viele auch Englisch.

Basisfloskeln

„krap“ (sagen Männer) /
„khaah“ (sagen Frauen)

Extrem wichtige Wörtchen für alle, die in Thailand höflich sein wollen. – Leider völlig unübersetzbar (ein wenig wie das Dortmunder „woll“ oder das Hessische „gell“ oder die Englischen „Question tags“ – isn’t it?).

„Krap“ (Bangkok Slang: „kap“) hängen Männer ans Ende der meisten Redensarten und Sätze. Frauen sagen entsprechend „khaah“.
Die Wörtchen gelten zudem als Bejahung.

Begrüßung 
(Guten Morgen / Tag / Abend) sowie "Auf Wiedersehen"

Männer sagen:
sawadie – krap
Frauen sagen:
sawadie – khaah

Danke

Männer sagen:
korp-kuhn – krap
Frauen sagen:
korp-kuhn – khaah

Bitte

ga ru nah

Ja

chai
(auch: krap / khaah)

Nein

mai chai

Egal / macht nichts / 
ist schon OK  

mai bpen rai

ich

Männer: pom /
Frauen: di-chan

du (höflich)  
du (extrem höflich)
du (unter Freunden)

khun
tan
ter

Entschuldigung

kor thot (+ krap / khaah)

was kostet das?

rah kah tao rai

Ich verstehe

kao jai

Ich verstehe nicht

mai kao chai

Einige Thaiworte

baht

Thai Währung

farang

Westler / Tourist

gkrungh thep

Bangkok

songtau

Taxi auf Pickup Basis

wat

Tempel

nam

Wasser

hong nam

Toilette 
(Zimmer - Wasser)

Thai…

…scheint zunächst simpel:

Die Grammatik ist überschaubar: Verben haben nur eine Zeit, Hauptwörter werden ohne Artikel benutzt; Mehrzahlendungen, grammatische Geschlechter und Fälle gibt es nicht. Adjektive sind ebenfalls unveränderlich und werden grundsätzlich hinter das Hauptwort gesetzt.

Masseure

…und ist letztlich ziemlich kompliziert:

Um sich trotz einfachen Satzbaus differenziert ausdrücken zu können, gibt es eine für eine Sache oft zahlreiche verschiedene Worte, deren Bedeutungen sich nur minimal unterscheiden. – Unterscheidungen, die es weder im Deutschen Bewusstsein noch in der Sprache gibt. Zudem gibt es etliche unübersetzbare Wörtchen, die in ein einfaches Satzgerüst gequetscht werden, um dem Ganzen den gewünschten Sinn zu verleihen.

Ausgesprochen wichtig ist die korrekte Aussprache. Thai ist eine Tonsprache; die Betonung entscheidet wesentlich über den Sinn des Gesagten. Durch 5 verschiedene Tonhöhen kann jedes Wort mindestens 5 völlig verschiedene Bedeutungen haben. Falsche Betonungen führen manchmal zu lustigen, manchmal zu peinlichen Missverständnissen, meist aber dazu, dass das Gerede eines bemühten Touristen erst gar nicht als Thai identifiziert wird. Thais wundern sich, warum Farangs sie ständig auf Isländisch oder Suaheli ansprechen.

Deutsch in Thailand?

Abgesehen von Reiseleitern, triffst du selten Thais, die Deutsch parlieren. Deutsch ist weniger angesagt in Thailand. Ausschließlich mit Deutsch kommt man/frau – ohne Reiseleitung – nicht weit (Ausnahmen bestätigen die Regel!).

Englisch in Thailand

Englisch ist die inoffizielle zweite Amtssprache Thailands. Bei Behörden kommt man mit Englisch stets gut zurecht. Fast jeder Thai versteht und spricht einige Brocken und manche sprechen’s wirklich gut. Wie in Deutschland auch, nehmen die Englischkenntnisse mit dem Bildungsgrad zu. Die meisten Thais, mit denen Touris zu tun haben, sind eher weniger gebildet (Taxifahrer, Kellner, Schaffner, Verkäufer…) und sprechen kein perfektes Englisch (Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel!).

Da die Thai – Grammatik anders – und vor allem deutlich einfacher – ist als die Englische, haben Thais naturgemäß Schwierigkeiten, sich in die Wunderwelt Europäischer Grammatik hineinzudenken. Das ist weiter kein Problem und freut alle, die ihre Hausaufgaben in Englisch nicht sorgfältig gemacht haben.

Problematischer ist zuweilen die Aussprache: Thais tendieren dazu, die letzten ein oder zwei Laute eines Wortes zu „verschlucken“. Wenn es etwa in der Rambutree Road in Bangkok erschallt: „ko watee – fei bahh“, so wird kaltes Wasser für fünf Baht angeboten („cold water – five baht“).

Im Gegenzug wird vor allem bei Fremdworten die Endsilbe „er“ oft überbetont. Oxford Englisch ist hier nicht hilfreich: Wer etwa nach dem Siam Center fragt, sollte die Endsilbe überdeutlich betonen, um verstanden zu werden.

Während der berühmte Asiatische „r“-durch-„l“–Austausch oft zu hören ist, werdet ihr ein hartes „v“ selten von einem Thai hören.

Die Faustregel ist dieselbe wie in jeder Kommunikation: zuhören und nachfragen!

Missverständnisse?

Uhrzeit

In Deutschland wie in Thailand hat der Tag 24 Stunden.
Die Deutsche Zeitvorstellung teilt die 24 Stunden in zwei Blöcke zu je 12 Stunden. Umgangssprachlich gibt es hier somit z.B. zweimal 5 Uhr – einmal morgens, einmal nachmittags um 17 Uhr.
Thais strukturieren den Tag in 4 Blöcke von je 6 Stunden und haben daher viermal 5 Uhr! – Thailändische Zeitangaben sind somit vorsichtig zu genießen. Weil Thais mit der 24er – Teilung auch zurecht kommen, ist die sicherer (5 / 11 / 17 / 23 Uhr statt einfach nur „5 Uhr“)

keine einheitliche Transkribtion

Es gibt keine einheitliche Regelung, wie Thai in Deutsche bzw. Englische Schrift übertragen wird. Entsprechend gibt es in Reiseführern, Reisebüros, auf Schildern usw. oft mehrere Schreibweisen für die selbe Sache.

So schreibt etwa Thaiminator über „Railey Beach“, Reiseführer X über „Rai Lay Beach“ und Reiseführer Y über „Reileigh Beach“. – Gemeint ist stets die selbe Halbinsel bei Krabi.

Reiseführer schwärmen von „Kho Phi Ph““, aber Tickets gibt’s nur nach „Ko Pee Pee“.
Und was ist mit „Koh Pah Ngan“? Oder war das „Ko Pangan“?

Thai Schrift…

…erinnert mitunter an Skizzen von Schaltkreisen und Platinenlayouts. Die meisten Westler stehen eher hilflos vor den Schriftzeichen.

Ein paar Zeichen begegnen einem in Thailand ständig und lassen sich nach kurzer Zeit identifizieren, etwa an fast jedem Verkaufsstand das für „Baht“ – die Thailändische Währung – oder einige Zahlen.