unnützes Wissen

Informationsmüll: Unnützes Wissen über Thailand

Ob in Chiang Mai ein Sack Reis umkippt oder ob du das hier weißt ist absolut egal. Es sei denn, du bist gerade in Chiang Mai und der Reissack fällt auf deinen Fuß und es sei denn, mit ein paar locker eingestreuten Wissensbrocken über dies und das in Thailand kannst du dich als echter Reiseprofi profilieren.

Rekorde in Thailand

1. Küsschen

Jedes Jahr im Februar knutschen sich Paare in Pattaya in Guinessbuch. 58 Std, 35 Min und 58 Sek  haben Ekkachai und Laksana Tiranarat im Februar 2013 am Stück geknutscht (sogar während der unvermeidbaren Besuche des Hong Nam oder kurz ‚Toilette‘ oder etwas feiner auf Reisen in der weiten Welt: ‚Restrooms‘ drückten sie die Lippen aufeinander). Das ist Weltrekord.

Übrigens holten die beiden bereits 2011 in Pattaya ihren ersten Kussweltrekord. Das Thailändische Paar hatte damals die Deutschen Titelverteidiger um 14 Stunden übertroffen, wurde aber im Jahr 2012 selbst überknutscht.

Romantisch ist der Wettbewerb übrigens absolut nicht.

2. Fallschirmspringen / Formationsspringen

400 Menschen des „World Teams“ reichten sich 4,25 Sekunden lang die Hände. Ein Weltrekord wird daraus, weil sie das am 08.02.2006 im freien Fall über Udon Thani in Thailand taten. In einer Höhe von 7.000 Metern hüpften die Springer aus 5 großen Transportflugzeugen vom Typ C 130.

3. „Ich habe ja nichts gegen lange Haare…

…aber gepflegt müssen sie sein!“ Ob die Haarpracht von Hoo Sateow aus Thailand gepflegt ist, wissen wir nicht. Aber wir wissen aus dem Guinness Buch, dass auf Herrn Sateows Haupt bis 2004 die längsten Haare der Welt wuchsen: 5,15 Meter (gemessen 1997).

Seit 2004 hält der Vietnamese Tran Van Hay den haarigen Weltrekord. Seine 6,20 Meter lange Matte hat seit 31 Jahren kein Frisör gekürzt.

4. Floristenglück

Nach einer mäßig zuverlässigen Quelle sollen in Thailand 27.000 Blumenarten blühen, davon 1.000 Orchideen. In keinem Land soll es mehr Blumen geben.

5. Untergetaucht

722 Taucher gleichzeitig unter Wasser: das war im Februar 2005 Weltrekord.  Anlass war das Koh-Tao-Unterwasser-Festival. Inzwischen sind in den Gewässern der Malediven aber schon 1.000 Taucher zwecks Eintrag im Guinessbuch versunken.

6. Dicke Fische

Den dicksten Süßwasserfisch der Welt haben Thailändische Fischer au dem Mekong gezogen. 292 Kilo bringt der Riesenwels auf die Waage. Der Mekong Wels ist übrigens akut vom Aussterben bedroht.

7. Massen – Massieren

641 Menschen ließen sich am 30.8.2012 gleichzeitig in einer Halle in Bangkok massieren und gelangten damit ins Guinness Buch. – Und das ziemlich entspannt.

Chilli

Der Stoff der Chillis scharf macht, heißt Capsaicin. Es gibt eine Maßeinheit für Schärfe, die Scoville-Einheiten, die sich nach der Konzentration von Capsaicin in den Schoten bemisst. Je höher der Wert auf der Scoville-Skala, desto brenn.

Chillis der Sorte „Thai“ liegen mit  durchschnittlich 60.000 Scoville-Einheiten im moderaten Bereich. Die bekannte Sorte „Tabasco“ ist mit rund 190.000 Scovilles dreimal feuriger.

Weltrekordler ist die Sorte „Bih Jolokia“ mit mehr als 1.000.000 Scoville-Einheiten. Allein die Berührung der Schoten kann zu Verätzungen der Haut führen. In Thailändischen Garküchen wird diese Sorte definitiv nicht verwendet, auch wenn manche Farangs das nach dem ersten wirklich scharfen Thai-Curry ihres Lebens glauben mögen.

Chilis stammen ursprünglich aus Mittel- und Südamerika und sind erst seit etwa 150 Jahren in Thailand verbreitet.

Chillis sind nicht nur scharf, sondern auch überaus gesund: Sie lassen die Schleimhäute abschwellen, lösen verstopfte Nasen bei Erkältungen, regen den Stoffwechsel an und aktivieren Endorphine, körpereigene Drogen.

Lotterie

Lotterie und Glücksspiel

Alle zwei Wochen tauchen Verkaufsstände auf, an denen Händler Abertausende kleiner Papierzettel anbieten. Was Farangs für das ödeste Angebot westlich des Mekongs halten, elektrisiert regelmäßig Millionen von Thais. Scharen von Menschen blättern sich andächtig durch die Zettel und kaufen nach sorgfältiger Begutachtung ein paar davon.

Glückspiel ist in Thailand ebenso beliebt wie verboten. Einzig die staatliche Lotterie ist erlaubt und schmeißt zweiwöchentlich Milliarden Lose unters Volk.

Wer nicht an Statistik (danach kann man mit Lotto nur verlieren) sondern an Glückspiel glaubt (danach macht Lotto reich), ist natürlich auch überzeugt, dass allein eine bestimmte Zahlenkombination „chok dii“ (dt.: Glück) bringen kann. Von der wiederum hat man geträumt oder sie irgendwo in einem magischen Zusammenhang gesehen. Einige Thais befragen auch Tempelorakel nach den richtigen Zahlen.

Somit werden Verkaufsstände abgeklappert, bis genau das Los mit eben diesen Zahlen irgendwo entdeckt wird. Lose gibt es – soweit ich verstanden habe – zu 45 und 90 Baht, also etwa 1 und 2 Euro. Die Verkäufer erhalten 5 bzw. 10 Bahtze Provision pro verkauftem Los.

Alle zwei Wochen ist die Übertragung der Ziehung der Lottozahlen der absolute TV-Quotenkracher in Thailand. Die Köche in den Garküchen stieren abwechselnd auf die Glotze und auf den Zettel mit ihren Losnummern und nur selten in den Wok, in dem dann gerade dein Abendessen verbrennt.

Lukrativer als die eigentliche Lotterie sind offenbar illegale Wetten auf die richtigen Lottozahlen. Weil das Verbot von Glückspielen anlässlich von Trauerfeiern außer Kraft gesetzt wird und praktisch stets irgendwo eine Trauerfeier stattfindet, sind die meisten Untergrund-Wetten halblegal.

Bangkok Hilton

Das ist weder die Schwester von Paris, noch ein Hotel, sondern der berüchtigtste Ort der Thailändischen Hauptstadt. Der offizielle Name des Gebäudes im Norden Bangkoks, das Thais „großer Tiger“ nennen, lautet „Bangkwang Hochsicherheitsgefängnis“.

Derzeit ist das für 3.500 Insassen ausgelegte Gefängnis mit 7.000 Häftlingen überbelegt. Krankheiten grassieren in den engen und stickigen Zellen. Die Haftbedingungen sind katastrophal; Amnesty International weist regelmäßig darauf hin. Botschaften der EU-Länder lassen an an Europäische Häftlinge Vitamintabletten verteilen, um Mangelernährung vor zu beugen.

Europäer sitzen, wie die meisten Thailändischen Häftlinge, überwiegend wegen Drogendelikten. Die Strafen dafür sind drakonisch: laut BBC verbüßt etwa Michael aus Manchester 99 Jahre Haft wegen des Besitzes von 3.400 Ecstasypillen.

Den Namen „Bangkok Hilton“ verdankt das Gefängnis der gleichnamigen Australischen Fernsehserie von 1989, in der Nicole Kidman eine Touristin spielte, der ein „Freund“ Drogen untergeschoben hatte, und die deshalb in das Gefängnis kam.

Hitparade

Thaipop ist sehr speziell und kaum ein Künstler, der in Thailand die Hitparaden stürmt, ist in Europa bekannt. Ausnahme: Im Oktober 2004 stand Daniel Kübelböck mit seinem Lied „You drive me crazy“ auf Platz 1 der Thailändischen Single Charts. – Wobei, ist Küblböck mehr als 10 Jahre später eigentlich noch in Deutschland bekannt?

Kirchturmpolitik?

In vielen Tempelbezirken und mitunter „wild in der Landschaft“ stehen kleine, tempelähnliche Gebäude mit einem hohem Turm auf dem Dach.

Das sind keine Imitationen christlicher Kirchtürme oder muslimischer Minarette, sondern Schornsteine.

Das Gebäude ist nämlich ein Krematorium, in dem Buddhisten nach dem Körperlichen Dahinscheiden verbrannt werden.

Üblicherweise findet die Verbrennung 3 Tage nach dem Tod statt. Die Angehörigen setzen die Leiche in Brand.

Stillgestanden!

Zweimal täglich steht das Land still. Um 8 und um 18 Uhr dröhnt aus unzähligen Lautsprechern die Nationalhymne.

Dann bleiben fast alle Thais, die es in dem Moment können, andächtig stehen und sind stolz auf ihr Land.  Auch kritische Intellektuelle fühlen durchaus national. Thailändischer Nationalismus ist deutlich entspannter, weltoffener und liberaler als der Deutsche.

Schönheit

Das Schönheitsideal in Thailand ist etwas anders: Während Touris sich meist nicht braun genug grillen können, scheuen Thais Sonneneinstrahlung soweit es eben geht.

Braungebrannt sind nur Menschen, die im Freien arbeiten müssen (oder eben Farangs, aber die sind bekanntlich etwas „ding-dong“).  Bräune ist somit ein Stigma der Unterschicht. Gepflegte Blässe ist Statussymbol (das war in Europa bis ins frühe 20. Jahrhundert auch so).

Das Pendant zur Selbstbräunungscreme ist der Hautaufheller aus der Kosmetikabteilung, mit dem schönheitsbewusste Damen ihren Teint bleichen.

Dazu passend bietet die Firma „Cleo Pretty“ (der Marktführer bei Thai Kosmetik) eine Pink Nipple Creme für 129 Baht an.

Freundschaftsbändchen?

Thais, deren Unterarm ein Bändchen aus Wolle schmückt, sind in der Regel keine Fans von Wolle Petry („Hölle, Hölle, Hölle“), sondern gläubige Buddhisten.

Nach diesem Glauben besteht die menschliche Existenz aus dem materiellen Körper, einer eigenen und einer freien Seele, dem „Kwan“.

Das „Kwan“ beschert dem Menschen Gesundheit, Wohlstand und Erfolg, kann aber „entweichen“. Ein Wollbändchen soll das „Kwan“ festhalten.

Ein Gedanke über “Unnützes Wissen

  • 27. November 2015 bei 17:52
    Permalink

    Hallo Thaiminator,

    ach, ich mag diese speziellen Eigenheiten der Thais (und sammel auch die eine andere auf meinem Blog unter „typisch Thai“). Ich hätte da noch was für die Rekorde: Mit Bike for Mom kamen über 130.000 Fahrradfahrer im Sommer ins Guinessbuch der Rekorde 🙂

    Viele Grüße aus Mae Sai
    Stefan

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