Kaufrausch

Kaufrausch: Shopping in Thailand

In Thailand gibt es alles und zwar günstig. Entsprechend erliegen Tourist*innen oft dem ganz großen Kaufrausch. Allerdings gelten die Grundgesetzte der Ökoniomie auch im Land der Freien. Auch dort hat Qualität seinen Preis.

Klamotten kaufen

t-shirts

Straßenstände, Märkte und Einkaufszentren bieten Klamotten in allen Touristenecken und vor allem in Bangkok günstig an. Qualität: Durchwachsen. Die meisten billigen Kleidungsstücke bekämen in meinem Haushalt nicht einmal die Lizenz als Putzlappen. Aber das macht mir auch nichts, da die ohnehin oft nur in Girliegröße erhältlich sind. „One size fits all“, oder ähnliche Sprüche sondern Hemdenhändler gerne ab, wenn ich skeptisch nach der Größe schaue. Meine Erfahrung (überzeugter XL-Träger): die Einheitsgröße ist viel zu klein und fits mir zumindest nicht!

Hemden mit fragwürdigen Parolen werden in Bangkok wohl immer verkauft werden. Die meisten Hemdchen sind mit irgendwelchem Schwachsinn oder mit Werbung von Modeherstellern bedruckt, obwohl jedem klar sein sollte, dass solche flitterigen Lappen nicht von Armani, Boss oder Nike produziert werden.

Gute Qualität ist eher selten. Viele günstige Shirts machen auf dem Bügel des Händlers noch einen soliden Eindruck. Allerdings werden die meist durch massiven Chemieeinsatz in Form und Farbe gehalten. Nach dem ersten Waschen ist der Glanz oft dahin und die Hemden taugen allenfalls noch zum Schuheputzen. – Dafür sind 3 Euro dann auch wieder zu viel.

Bevor du ein Hemd kaufst, rieche einmal dran. Riecht es nach Chemie?

Allenfalls Hemden mit hohem Anteil an Kunstfasern überstehen mehrmaliges Waschen einigermaßen. Die tragen sich bei Thailändischen Temperaturen aber sehr unangenehm und sorgen auch daheim für fortgeschrittene Transpiration.

Wer zudem meint, T-Shirts für 3 Euro würden unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen mit Gewerkschaften und Betriebsrat etc. und garantiert nicht von Kindern produziert, glaubt auch… na, eben das mit dem Christkind und so.

Mein Fazit: Das typische Thailändische Billig-T-Shirt ist ein Wegwerfartikel. Den Urlaub über anziehen und dann Schuhe damit putzen. Ökologisch fragwürdig und politisch meist unkorrekt. Kleidung ist in Thailand vor allem deshalb so günstig, weil sie oft unter Bedingungen produziert wird, unter denen wir vermutlich nicht arbeiten würden.

Indische Maßschneider prägen das Bild Thailändischer Touristenzentren.

Meine Erfahrung: Habe ich früher die Thailändischen Schneider wegen ihrer günstigen Qualität gerühmt, so bin ich nun verhaltener. – Ich hatte früher noch keine wirklich guten Sachen angehabt…

In Deutschland habe ich inzwischen mehrere Anzüge eines bekannten Schwäbischen Schneiders gekauft. Die sind etwa 4 mal teurer als die aus Bangkok, aber qualitativ spielen die einer völlig anderen Liga: spürbar, fühlbar und vor allem sichtbar besserer Stoff und eindeutig bessere, liebevollere und aufwändigere Verarbeitung.

Stoffqualität: Gerne werben Schneider in Thailand mit ihrem „Kashmir“ -Tuch. Achtung: „Kashmir“ ist eine Stoffmarke, der Stoff selbst ist einfache Schurwolle, teilweise mit beigemischter Kunstfaser.

Überdies habe ich in Bangkok nicht immer genau das bekommen, was ich wollte. Nicht jeder Schneider geht auf Wünsche ein. Die meisten Läden fertigen nicht selbst, sondern geben den Aufrag an Hinterhof-Workshops weiter. In Khao Lak haben vor ein paar Jahren alle Läden bei einem einzigen Workshop nähen lassen. Darin wurde rund um die Uhr gearbeitet. In Bangkok läuft das Business ähnlich. Macht irgendwo ein günstigerer Workshop auf, lassen die Händler eben da nähen.

Anzahlungen sind üblich, sollten aber nicht zu hoch sein. Auf keinen Fall mehr als 25% des vereinbarten Endpreises. So bleibt genug über, um den Schneider im Zweifel zu Korrekturen motivieren zu können.

Anzug bzw. Kleid kosten ab ca. 70 Euro. Mit dem Preis steigt auch die Qualität des Materials spürbar.

Angeber aufgepasst: Gegen geringen Aufpreis werden „BOSS“ oder „Armani“ Aufnäher und Innenfutter eingenäht, wenngleich „handmade in Bangkok“ weitaus cooler ist.

Fazit: Wer einfach einen Anzug oder ein Kleid braucht, weil der Mensch eben sowas braucht, kann in Thailand preiswert einkaufen. – Wer sich damit etwa für einen Top-Job bewerben will oder im Meeting mit Führungskräften das nötige Standing braucht, ist mit echten Markensachen vermutlich besser angezogen.

Levi’s, Diesel usw. für 400 – 800 Baht, je nach Qualität und Verhandlungsgeschick. Anprobe auf der Straße (Unterhose nicht vergessen!).

Woher stammen die Jeans? Dazu gibt es verschiedene Theorien:

1. Billig nachgemachte Imitate.

2. Originale, aus der Originalproduktion in Fernost heimlich abgezwackt.

3. Von den Originalherstellern extra für den Billigmarkt hergestellt („lieber ein Original von uns als eine Fälschung der Konkurrenz“). – Schließlich sind Jeans in Europa überdurchschnittlich teuer. Im offiziellen Levis Store auf dem Broadway in Manhatten habe ich ca. 25 Dollar für die Hose bezahlt.

Sandalen, Turnschuhe und die unvermeidlichen Jungleboots in Banglampoo. Meist zweifelhafte Qualität. Außerdem gibt’s nur selten Größe 46.

Also: feste Schuhe und Sandalen besser von Hause mitbringen.

Medien (MP3, CDs & DVDs) kaufen

Strassenhandel

Die technische Evolution des Musikbusiness konnte man auf Bangkoks Straßen mit verfolgen. Noch um das Jahr 2000 boten Händler Kassetten an (für junge Leser: das sind Plastikkästchen, in denen Bänder auf- und abgewickelt wurden). Die wurden später durch CDs ersetzt. Inzwischen haben die Musikhändler ihre Ware auf einem Laptop gespeichert, in deren USB Anschluss Kunden MP3 Player und USB Sticks stöpseln und sich Musik ebenso kostenpflichtig wie illegal überspielen lassen.

CDs: gepresst und gebrannt: Audios, das gängige, internationale Programm. Weiterhin Software: PC, Mac und Linux. Games für PC, PS und X-Box.

Die Scheiben werden „on demand“ in dubiosen Hinterhofbuden gebrannt. Das Risiko, dass sich Viren, Malware und Trojaner auf den CDs tummeln, besteht durchaus.

Natürlich auch DVDs. Hollywood – Standardprogramm für 250 Baht.  Die Filme sind nicht nur illegal, sondern meist auch schlecht. Hochkomprimierte Raubkopien aus dem Netz oder Abgefilmtes aus Bangkoker Vorstadtkinos bieten nur beschränktes cineastisches Vergnügen. Also zwei gute Gründe, auf den Kauf zu verzichten.

Wenngleich die Angebote verlockend erscheinen: Ich warne hier ausdrücklich vor dem Kauf von MP3s, CDs und DVDs am Straßenstand, da es sich fast ausschließlich um Raubkopien handelt und die sind bekanntlich illegal! Zudem können die Daten virenverseucht sein.

Besser ist die heimische Videothek oder in großen Städten die Stadtbibliothek, die den Filmgenuss letztlich günstiger, legaler und in bester Qualität anbieten! Filme und Musik gibt es inzwischen recht günstig als Flatrate über einen Streamingsservice fürs Mobilgerät.

Müll

Elektronik, Kameras, PC-Hardware

Nur weil „Samsung“ draufsteht, muss noch lange nicht Samsung drin sein. – Wer meint, das rasend billige Smartphone vom Straßenstand sei das ultimative Geschäft, sollte das Ding nur betrachten, aber keinesfalls benutzen. – Denn dann droht oft Enttäuschung. Grundsätzlich nimmt kein Händler seinen Murks zurück, egal wie eindringlich Farangs quengeln.

Hochwertige Elektronik, Kameras und Smartphones sind in Asien kaum billiger als in Europa! Nur Ramsch ist dort wirklich billig, also lieber widerstehen.

Gefälschte Markenware

Die Einfuhr gefälschter Markenartikel wie Uhren, Computer, Software, Kleidung usw. (also der ganze Plunder, den Touristen in Thailand gerne auf der Straße kaufen) nach Deutschland ist verboten.

In der Praxis, so wird berichtet, tolerieren Grenzbeamte gelegentlich eine gefälschte Uhr am Handgelenk eines Reisenden meist ebenso wie eine gefälschte Jeans an dessen Hintern.

Ergeben sich jedoch Anhaltspunkte für einen kommerziellen Charakter, werden die Waren beschlagnahmt.

Das heißt: es dürfen sich keine Anhaltspunkte ergeben, dass die Fälschungen für den gewerblichen Verkehr bestimmt sind. Hier geht es zunächst um Art und Menge der Sachen. Ein Koffer voller Uhren ist wohl ziemlich verdächtig.

Geniale Geschäftsidee: Gefälschtes Zeug günstig in Thailand kaufen und im Internet versteigen. Nicht nur verboten, sondern sogar strafbar. Wer immer mal wissen wollte, wie es in Teufels Küche aussieht, sollte derartige Geschäfte betreiben.

Presse- und Studentenausweise

Die in Bangkok erhältlichen, plump gefälschten Presse- und Studentenausweise sind ebenfalls ein Witz. Damit ergaunern Kleinstadtganoven vielleicht den verbilligten Eintritt ins Egelsbacher Freibad, aber sonst sind die Dinger peinlich. Halbwegs geschulte Augen erkennen die Fälschungen auf 20 Metern.

Und mit dem Master-Zeugnis, das du in Bangkok für ein paar Baht auf der Straße bekommst, solltest du dich besser nicht bewerben.

Juwelen, Schmuck und Geschmeide

Die Tourist Police warnt sich dumm und dusselig: „Wertvolle“ Juwelen, Schmuck und Geschmeide, unter der Hand und ganz im Vertrauen angeboten sind in der Regel wirklich ein Bombengeschäft. – Für die Verkäufer!

Wer sich nicht auskennt, sollte die Finger von derlei Geschäften lassen. Die Opfer in Bangkok sind ungezählt.

Anders Silber- / Modeschmuck: Den bieten 23 (!) Läden auf der Khao-San-Road wirklich günstig an. Ich vermute, die überwiegend weibliche Kundschaft kennt sich mit den Preisen aus.

Seitenübersicht Reisetipps

Bücher kaufen

Wenn du nichts bestimmtes lesen willst oder musst, dann brauchst du keine Bücher von daheim mitzunehmen. Buchläden (book swaps) in Touristenzentren handeln mit gebrauchten Büchern. Bestseller, aber auch Exoten in allen Sprachen, die Touristen in Thailand sprechen.

Die meisten Bücher sind Englisch, das deutsche Angebot ist dennoch OK. Je nach Neupreis und Zustand kostet das Taschenbuch zwischen 100 und 400 Baht (2,50 bis 10 EURO), – stets billiger als neu. Wenn du’s ausgelesen zum selben Laden zurückbringt, bekommst du in der Regel den halben Preis zurück (woanders weniger).

Du kriegst dort auch günstig Reiseführer, allerdings sind die meist Englisch.

Der bekannteste Second Hand Buchladen Bangkoks ist gleichzeitig ein ganz angenehmes Café: www.dasabookcafe.com an der Sukhumvit Road.

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