sicherheit

Abb. oben: Nicht schön aber sicher: der Bauchgurt. Nach mehreren schweißtreibenden Wochen in Thailand lässt sich daraus eine nahrhafte Suppe kochen! – Aber den hast du auch noch nach etlichen Wochen auf Reisen.

Die Wahrheit ist mal wieder völlig langweilig. Thailand ist nämlich ein eher sicheres Reiseland und kaum gefährlicher als Deutschland. Die Wahrscheinlichkeit, etwa beklaut zu werden ist gering und fällt unter das allgemeine Lebensrisiko.

Politisch ist Thailand jedoch zerrissen und in den letzten Jahren schlugen sich etliche Thais deswegen die Köpfe ein. Touristen waren davon bisher jedoch nicht betroffen (sieht man von Flughafenblockaden ab). Die meisten haben an den Stränden im Süden des Landes kaum etwas von den Unruhen mitbekommen.

Ordnungsbehörden und Gesundheitssystem arbeiten durchaus anständig. Nur eine sehr geringe Zahl von Ausländern fällt etwa in Thailand Kriminellen zum Opfer. Und meist geht es dabei um kleine Betrügereien oder Diebstähle; Schaden um die fünf Euro fuffzig. Kapitalverbrechen an Touristen geschehen glücklicherweise sehr selten.

Weil das vollkommen langweilig und keine Schlagzeile wert ist, berichtet das auch fast niemand. Kommt hingegen in Thailand ein Tourist ums Leben, so steht’s fett in den Medien: Meine Güte, Thailand muss ja gefährlich sein…

Und manchmal scheint es auch tatsächlich so: Von rund 200 Toten Deutschen in Thailand ist im Netz die Rede.

Todesursache Nummer 1 waren Herz- und Kreislaufversagen, – übrigens auch in Deutschland die häufigste Todesursache. Allerdings kann drückendes Tropenklima Herz und Kreislauf empfindlicher Menschen massiv angreifen. Wer hier vorbelastet ist, sollte vielleicht grundsätzlich auf Reisen in die Tropen verzichten.

Todesursache Nummer sind Verkehrsunfälle. Die Botschaft verkündet dazu, die Opfer hätten sich vielfach leichtsinnig verhalten und den Unfall häufig (mit-) verschuldet. Auch dies ist in Deutschland wohl kaum anders.

Es bleibt dabei: Thailand ist ein eher sicheres Reiseland. Und damit das so bleibt, ist deine Mitarbeit nötig.

Klaus schreibt als Kommentar zum Podcast über Bangkok:

„Von der ersten Minute an hatte ich das Gefühl voll integriert zu sein und schon ewig in dieser Stadt zu leben. Ich fühlte mich einfach pudelwohl und sicher. Vielleicht bin ich etwas blauäugig, aber was soll’s, ist mir egal. Lieber blauäugig und Wohlbefinden, als misstrauisch und verschlossen.“

Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes

Die sollten erst genommen werden. Das AA gilt durchaus als besonnen und schreibt nicht leichtfertig Warnungen auf seine Internetseiten.

Allerdings: Solange nicht ausdrücklich von Reisen in eine bestimmte Gegend abgeraten wird, gilt diese Gegend grundsätzlich als sicher.

Meist muss laut AA von „einer erhöhten Gefahr terroristischer Attentate ausgegangen werden. Ziel dieser Attentate dürften in erster Linie Einrichtungen der thailändischen Sicherheitskräfte, allgemein des thailändischen Staates oder belebte Plätze sein. Aber auch beliebte Tourismusziele und Urlaubszentren, die Verkehrsinfrastruktur (z.B. Flughäfen) sowie große Einkaufszentren können davon nicht ausgeschlossen werden, insbesondere weil mehrere Terrorgruppen Anschläge auch gegen touristische Reiseziele angedroht hatten.“

Wer sich wegen der Terrorgefahr in Thailand sorgt, dem rate ich, Stellungnahmen des Deutschen Innenministers zu Terrorgefahr in Deutschland zu studieren (nach der Lektüre möchte man umgehend in sicherere Länder als Deutschland flüchten, – nach Thailand etwa).

Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes

No Go Area

Sehen wir von höherer (Natur-)Gewalt und Taschendieben ab, so gelten Touristengegenden, vor allem die beliebten Inseln und Strände, als sicher. Ebenso gilt Bangkok prinzipiell als sichere Metropole, – zumindest jenseits etwaiger gewalttätiger „politischer“ Demonstrationen.

Bedenkliche Gegenden liegen weit abseits der Touristenströme. Versehentlich gerät man dort nicht hin.

Seit mehreren Jahren bekämpfen sich in den südlichen Provinzen Sicherheitskräfte und Aufständische. Die Kämpfe zielten bisher zwar nicht auf Touristen; es besteht jedoch die Gefahr, eher zufällig in ein Scharmützel zu geraten.

Zu Gewalttätigkeiten kommt es gelegentlich auch im Grenzgebiet zu Burma (Myanmar) und Kambodscha.

Immer wieder wird auch von Handgreiflichkeiten bei den legendären „Full Moon Partys“ auf Ko Pha-Ngan berichtet. Wer denen beiwohnen möchte, sollte sich beim Konsum von Singha und Ganja zurückhalten und einen klaren Kopf bewaren!

Berüchtigt ist in Bangkok der Lumpini Park, unweit des Rotlichtviertels mit den Patpong Roads. Tagsüber ist der Park zwar völlig sicher, nach Einbruch der Dunkelheit kommt es dort und in seiner Umgebung hin und wieder zu Gewalttaten. – Trotzdem die Polizei dort regelmäßig patrolliert. Gerüchte über finstere Gegenden sollten stets ernst genommen werden.

Bangkok gilt übrigens als eine der sicherten Weltstädte; jedenfalls jenseits von Slums und Rotlichtvierteln. Allerdings sind die in Europa auch selten Orte des Friedens und der Barmherzigkeit.

Sicherheitsausrüstung

Tom und Maria wurden im Bus beklaut und mailen:

„Tipp: Kreditkarte schon vor der Fahrt im Bus sperren lassen. Kreditkarte wurde im Bus, während man schläft (Betäubung von Klimaanlage?) oder von einer Klappe unter den Sitzen geklaut. Also die Karte dort hinstrecken wo die ******** nicht drankommen.“

Schließfächer – in vielen Guesthouses – werden mit einem Vorhängeschloss verschlossen. Billige Dinger gibt es vor Ort. Qualität nimmst du mit.

K. mailt:

Ich habe immer ein kleines Vorhängeschloss dabei.
Die meisten Bungalows ( gerade auf weniger überlaufenen Inseln ) sind nicht abschließbar. Da ist ein kleines Schloss ganz praktisch. Schützt wahrscheinlich nicht wirklich, wirkt aber abschreckend sollte es wirklich mal jemand auf dein Eigentum abgesehen haben.

Papiere sind in einer Bauchtasche aus dem Trekkingladen sicher aufgehoben. Die Tasche ist zwar nach einigen schweißtreibenden Wochen in den Tropen nicht sehr ansehnlich; vermutlich ließe sich ein nahrhaftes Süppchen daraus kochen, aber sie ist einigermaßen sicher. Brustbeutel sind deutlich unsicherer. Die sehen und ziehen selbst Anfänger unter den Taschendieben. Wer Bauchtaschen über der Kleidung trägt, sollte sich nicht wundern, wenn die im Gewühl eines Marktes mit einem schnellen Griff entwendet wird.

Wichtige Dokumente in der Bauchtasche gehören zusätzlich in eine (kleine) Plastiktüte. Durchweichte Flugtickets wegen Regen oder Spritzwasser vom Boot sind wirklich nicht schön.

Betrügerei

Friedericke mailt einen beliebten und vermutlich nicht einmal strafbaren Trick, auf den auch gescheite Touris regelmäßig hereinfallen:
„Wir können immer noch nicht richtig verstehen, wie wir so naiv sein konnten. Vielleicht war es der Jetlag, der Kulturschock, der Temperaturschock, der unser rationales Denken außer Kraft gesetzt hat. Über betrügerische Tuk Tuk Fahrer, die einen zu Juwelieren kutschieren, zu denen man nicht möchte, wussten wir Bescheid.

Der nette Tuk Tuk Fahrer fuhr uns statt zum Bahnhof, wo wir lediglich ein Ticket kaufen wollten, zum „offiziellen Tourismus-Center“. Das sei viel näher als der Bahnhof. Ist ja nett von ihm!

Am Ende hatten wir eine komplett durchgeplante Reise, die wir nie wollten. Unsere Gutgläubigkeit kostete uns 22000 Baht (natürlich gibt es einen Studentenrabatt!). Die nette „offizielle Tourismusfachangestellte“ war so freundlich, uns auf allen Inseln und in Chiang Mai schon mal Unterkünfte zu buchen, Bootstouren zu organisieren, Busse etc. In Thailand sind alle Menschen so hilfsbereit und zuvorkommend! Dass wir beschissen wurden dämmerte uns erst am Abend.

Uns wurde die Reise mehr oder weniger durch psychologisch geschickte Rhetorik aufgezwungen. Wegen des chinesischen Neujahrs sei alles ausgebucht, es wäre dringend nötig, vorher alles zu buchen usw. Sätze wie „When you are in my country, you have to do dies und das“ sollten Sachverstand zeigen. Wir wollten nur ein Ticket in den Süden! Und dann frei und spontan sein!

Der Versuch, die Sache noch zu canceln, scheitere. Ein netter Angestellter aus Wales (Achtung! Auch Europäer betrügen Europäer!) erklärte uns, dass dies nicht möglich sei. Als wir ihn damit konfrontierten, dass wir (inzwischen) von betrügerischen Reisebüros gelesen hätten, versuchte er uns zu beruhigen und erzählte einen Haufen Bullshit. Er gab sogar zu, dass sie mit den Tuk Tuk Fahrern zusammenarbeiten!

Inzwischen wissen wir, dass wir so richtig beschissen wurden und dass das scheinbar keine neue Masche ist. Umgerechnet ca. 400 Euro ist wirklich ein schmerzlicher Verlust, vor allem wenn man auf Reise ist.

Zwar sind alle Tickets wirklich echt und die Unterkünfte in Ordnung, aber eben viel zu teuer und durch unlautere Mittel aufgezwungen.

(Falls es andere Opfer dieser Masche gibt, würde mich interessieren, wie ihr damit umgegangen seid! Gibt es Mittel und Wege, sich zu wehren?)

Bevor du irgendwo etwas buchst, vergleich die Preise!!! Reisebüros gibt es haufenweise und manche dramatisieren gerne („es ist fast alles ausgebucht“), um die Preise zu pushen.