eisenbahn thailand

Eisenbahn in Thailand: Wer in eine der Ecken des Landes, insb. zu den Bergen im Norden oder zu den Stränden im Süden (mit Umsteigen in den Bus in Surrathani) will, kommt mit Bahn gut dorthin. Weil die langsamen Züge wirklich lange unterwegs sind, ist der Tagzug keine Empfehlung. Besser ist die Fahrt im Nachtzug, in dem Reisende die öde Fahrt gemütlich verschlafen.

Sternförmig führen von Bangkok aus 5 Linien in die Ecken des Landes. Im Norden ist Chiang Mai Endstation, südlich geht es über Surrathani bis nach Malaysia (und weiter nach Singapur), östlich sind Nong Khai, Ubon und die Gegend an der Kambodschanischen Grenze die Ziele.

Mit der Bahn von Bangkok zu den Stränden im Süden

Gerade die beliebtesten Reiseziele von Touristen haben keinen direkten Bahnanschluss. Die Inseln im Golf von Siam wie Ko Samui oder die in der  Andamansee wie Phuket Phi Phi oder Lanta sind rund 150 bis 200 Kilometer oder mehrere Stunden im Bus von der nächsten Bahnstation bei Surrathani entfernt. Hier schließen Jointtickets, also Kombitickets für Bahn und Bus die Lücke. Am Bahnhof in Surrathani warten morgens die Busse zu den Stränden.

Dreiklassensystem

Eigentlich gibt es sogar ein Fünfklassensystem, denn die Zweite Klasse ist in drei Unterklassen geteilt; Sitzwagen, Schlafwagen mit Klimaanlage und Schlafwagen mit Ventilator.

Die Erste Klasse…

…ist genau das: erstklassig! Die Erste gibt es nur auf Langstrecken und nur mit Schlafwagen. Zwei Reisende teilen sich ein kleines Zimmerchen mit Betten, (übereinander), die auch 1,90-Meter-Menschen lang und breit Platz bieten. Zudem mit regelbarer Klimaanlage und Waschbecken(chen).

Die Zweite Klasse…

…gibt es im Schlafwagen und im Sitzwagen. Die Schlafwagen sind noch mal in solche mit und ohne Klimaanlage unterteilt. Entsprechend variieren auch die Preise.

Die Schlafwagen der Zweiten sind weniger komfortabel als die Erste; man/frau liegt rechts und links des Ganges in Kojen, die an ein U-Boot erinnern. Die Betten reichen haarscharf aus, um 1,90 m Körperlänge irgendwie unterzubringen. Ich empfehle langen Menschen das obere Bett, das meist sogar ein paar Baht billiger ist. Anders als bei der vollverschalten unteren Liege kann man dort die Füße seitlich herausstrecken, was etwas mehr Komfort bringt.

Ich rate zudem zum klimatisierten Wagen; die unklimatisierten sind enorm stickig. Die Fahrt in der klimatisierten Zweiten kostet nur etwa halb so viel wie die Erste und reicht.

Die Sitzwagen der Zweiten sind auf langen Strecken eine Zumutung. Nachdem ich eine 14-stündige Nachtfahrt in solche einer Kiste hinter mir habe, brauche ich persönlich diese Erfahrung nicht mehr. Für Tagfahrten bis etwa 200 km sind die aber völlig ok.

Die Dritte Klasse…

…reicht auf kurzen Strecken bis 100 km völlig aus und ist spottbillig (vermutlich ist sogar Laufen teurer). Das Bild oben zeigt einen Wagen der Dritten Klasse.

Nur echte Asketen tun sich eine lange Nachtfahrt in der Dritten an (und schwärmen meist noch lange von diesem entbehrungsreichen Erlebnis).

Die meisten Bahnstrecken und -Fahrten sind in Thailand längst nicht so spektakulär wie in den beiden Filmen oben (hier laufen zwei unterschiedliche Filme hintereinander)

Preise

Grundsätzlich: Die Langstrecke im Schlafwagen ist deutlich günstiger als ein Inlandsflug, aber teurer als der Bus. Sitzplätze der Dritten Klasse sind in Thailand die preiswerteste Art zu reisen.

Beispiel: Bangkok – Chiang Mai (ca. 715 km) im Nachtzug für das Testdatum 29. Juni 2015 im Netz gesucht:

1. Kl. Schlafwagen: ab 2.150 Baht
2. Kl. Sitz ab. 841 Baht (Klimaanlage / AC)
2. Kl. Schlafwagen ab 1.021 Baht (Klimaanlage / AC)
2. Kl. Schlafwagen ab 741 Baht (Ventilator / Fan)
3. Kl. Sitz: ca. 400 Baht.

(zur Erinnerung: 1.000 Baht sind im Mai 2015 etwa 27,15 EUR).

Der ebenfalls beliebte Trip Bangkok – Surrathani (das ist die Bahnstation, die zu den Stränden im Süden Thailands führt, ca. 600 km von Bangkok) ist minimal günstiger.

buchen

Die meisten Fahrten sind reservierungspflichtig!
Mindestens 1 – 2 Tage vorher im Reisebüro oder am Bahnhof buchen. – In Bangkok bietet sich die Hualampong Station an, deren Service und Beratung sich so ziemlich aller ISO 900X Zertifikate rühmt, – erfahrungsgemäß mit Recht!

Fahrtzeiten

Die Züge sind zuverlässig und pünktlich, aber nicht schnell. 12 bis 14 Stunden für 700 km, die man/frau aber gemütlich verpennen kann.

Darum empfiehlt Thaiminator die dekadente Erste Klasse im Schlafwagen

Dem Webmaster ist vor allem sein Schlaf heilig. Der ist gesichert, weil er seine 190 cm Körperlänge im First-Class-Schlafwagen bequem ausstrecken kann. Zudem mit Air-Condition, die sich auf Wunschtemperatur regeln lässt. 2 Personen teilen sich ein nettes kleines Zimmerchen. – Lange Menschen können sich auf Langstrecken wirklich langstrecken.

Die Zweite Klasse ist OK. Allerdings sind die Schlafpritschen die entscheidenden Zentimeter kleiner. Wer damit zurechtkommt, kann unbesorgt buchen (Die Air Condition ist in der Zweiten nicht individuell regelbar und nachts recht kalt).